The Bells als Orchesterfassung

Ich habe vor einigen Jahren einen ziemlich interessanten Remix von Justice’ Stress gefunden, in dem die großen Vertreter des French House sich um eine orchestrale Version des Klassikers bemühten. Kurze Zeit später fand ich ein Piano Remake des Tracks “Waves” von Boys Noize und Erol Alkan. Seit jeher beschäftigt mich die Frage, wie man wohl Techno als tatsächliche Orchesterstücke neu komponieren könnte und wie diese zu spielen seien.

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Vor kurzem stolperte ich dann tatsächlich über ein gelungenes Remake und zwar von Jeff Mills’ Detroit-Techno-Klassiker The Bells, das mich so fasziniert hat, dass ich es hier unbedingt teilen muss.

Erst in dieser Version erkennt man die ganze kompositorische und rhythmische Raffinesse dieses Tracks. Als ich zu einer Freundin sagte, wie gestresst die Vibraphonistin wirke obgleich dem vergleichweise einfachen Thema, bemerkte sie, wie sehr man die Melodie ungleichmäßig zwischen den anderen Tönen der Streicher spielen muss. So war mir das beim Original zuvor nie aufgefallen. Man nimmt immer an, dass es sich bei so etwas um einfache Strukturen für einfache Sequenzer handelt, aber welche Konzentration dafür nötig ist, als Mensch ebenso stur gegen den Rhythmus zu arbeiten, wird weitestgehend unterschätzt.

Ich würde mir also von der deutschen Grammophon eine Art neues Recomposed wünschen, Technoklassiker als Orchesterfassung. Möglicherweise wird Techno dann endlich als ernsthafte Musik wahrgenommen.

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Über Fabian Vallon

Seit 4 Jahren in Frankfurt wohnhaft, über den Punk zu Techno gekommen, immer ziellos in der Stadt unterwegs, produziert selbst unter dem alias quantities, Teil des Untergrunds, mag Slavoj Zizek und sammelt alte Spex-Ausgaben.

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