Musikalische Erzählung im Wohnzimmer

„Da gab es einen Song, den ich gar nicht so besonders fand und bei dem ich überlegt hatte, ob er überhaupt mit auf das Album soll. Er hieß “Ursula mach keinen Unfug“ oder so ähnlich”, schilderte Stephan Sulke beim Konzert im Wiesbadener Walhalla am 13. September die Geschichte seines größten Hits. Ganz untypisch für dieses Konzert sang er den Refrain von „Uschi mach kein Quatsch“ nur einmal, überlies ansonsten dem Publikum das Singen und spielte den Enttäuschten, wenn seine Zuhörer die Textsicherheit vermissen ließen.

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Stephan Sulke im Wiesbadener Walhalla Foto: Heinz Porten

Stephan Sulke im Wiesbadener Walhalla.
Foto: Heinz Porten

Sulke schlug ansonsten eher ruhige Töne an, untermalte seine anspruchsvollen, mal ironischen, mal melancholischen Texte mit ruhigen warmen Klängen von E-Piano oder Gitarre. Seinen Einstiegssong „Tom“ über den Selbstmord eines Freundes sang er ohne instrumentelle Begleitung. Seine Lieder behandeln auch ernste Themen, etwa  „Ulla“, über eine versoffene Prostituierte, die ihr hoffnungsvolles Leben am falschen Ort weggeworfen hat.

Eingebunden in den Ablauf des Konzerts passen auch diese Lieder neben ein Liebeslied, dass das Glücken einer lebenslangen Beziehung preist oder das ironisch feine Selbstmitleidslied Sulkes. In ihm beschäftigt sich der im Dezember seinen 70. Geburtstag feiernde Liedermacher mit seinem zerknautschten Spiegelbild und dem Alter. Zwischen seinen Liedern lässt der Schweizer sich Zeit, erzählt mit Charme und verschmitz die Hintergründe zu seinen Songs, macht mal einen Witz über seine Landsleute oder philosophiert über die Politik.

Geschichten des Lebens

Mit schwarzem Pulli, über den der weiße Hemdkragen herausragt, wirkt der Auftritt Sulkes im Spiegelsaal des Wiesbadener Walhallas dabei wie ein Besuch daheim. Der Hausherr sitzt entspannt im Wohnzimmer und erzählt mit der Erfahrung von fast 70 Jahren Geschichten des Leben. Die Lustigen und die Traurigen, die Sehnsuchtsvollen und die Schönen. Dann passen auch „Uschi“ zu „Tom“ und „Ulla“ zu „Lotte“, wie der anhaltende Applaus in Wiesbaden zeigte.

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