Studie: Wütend böse Musik hilft beim Glücklichsein

Eigentlich ist es nur ohrenbetäubender Lärm vergleichbar mit einem Presslufthammer oder einem startenden Flugzeug, doch glaubt man einer aktuellen Studie der Hebräischen Universität Jerusalem, steckt in der Krawallmucke weitaus mehr als manch einer vermuten mag. Menschen, die häufig Rock und Metal hören oder gar selbst produzieren, sind ausgeglichener, entspannter und glücklicher als Hörer anderer Musikrichtungen. Denn die Wut und Aggressivität in Songs von Slayer, Exodus, Anthrax und Co. soll von negativen Gefühlen befreien.

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Stumpf, verroht, aggressiv und widerlich – dem gemeinen Metalhead eilt sein Ruf voraus, jedoch wirft eine Studie der Forscher Maya Tamir und Brett Ford von der Hebräischen Universität Jerusalem ein ganz anderes Licht auf die mattenschwingende Zunft. Die Untersuchung legt nahe, dass Metal-Hörer ausgeglichener und glücklicher sind. Dies konnte das Forscherteam mittels mehrere wissenschaftlicher Experimente belegen.

Dabei sollten Probanden unterschiedliche Aufgaben in Rollenspielen bewältigen. Beispielsweise wurden Situationen nachempfunden, in welchen sie Gehaltsverhandlungen führen oder in die Rolle eines Polizisten schlüpfen mussten, der einen Verdächtigen festnimmt.

Bevor sie sich mit der jeweiligen Situation konfrontiert sahen, sollten sich die Teilnehmer zwischen verschiedenen Musikrichtungen entscheiden, um sich selbst in die von ihnen erwünschte Stimmung zu bringen: Wut, Freude oder Gleichgültigkeit. Zudem wurden die Probanden zu ihrem momentanen, emotionalen Zustand befragt. Dabei wurde deutlich, dass diejenigen, die Metal hörten und sich mittels der Musik ihrer Wut hingaben, besser abschnitten als Hörer andere Spielarten.

Die Studie geht davon aus, dass Menschen, die zwanghaft versuchen glücklich zu sein, sich ihrer zornigen Seite verschließen und deshalb weniger ausgeglichen sind. Ähnlich wie Ausgleichssport wirkt aggressive Musik diesem Verhalten entgegen. Metal und Rock fördere konstruktive Wut (“constructive anger”) und rufe eine aggressive, nicht schädigende Grundstimmung hervor, die dazu beiträgt, “emotionale Haltungsschäden” zu verhindern und bestimmte Situationen gelassener anzugehen.

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Über Agnes Berndanner

Agnes Berndanner | Freie Musikjournalistin. Geboren in Weißenburg i. Bay., derzeit beheimatet in Mannheim. Studium der Theater-, Musiktheater- und Literaturwissenschaft an der Universität Bayreuth. Zu jeder Situation den passenden Soundtrack, doch zu Hause fühlt sie sich in den musikalischen Extremen.

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