Abgedreht, experimentierfreudig und durchgeknallt: Das dritte Album von MGMT

Wenn eine Band ein Album nach sich selbst benennt, so ist dies zumeist ein sicheres Anzeichen dafür, dass es sich um ein Debüt handelt. Nicht so bei den Mitgliedern von MGMT. Diese sind mittlerweile bei der dritten Platte angekommen und taufen diese schlicht „MGMT“.

Als Andrew VanWyngarden und Ben Goldwasser alias MGMT im Jahre 2007 ihr Erstlingswerk „Oracular Spectacular“ veröffentlichten, bescherten uns die Songs „Electric Feel“ und „Kids“ zwei bis heute unverzichtbare Indie-Party-Knaller.

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MGMT betiteln ihr drittes Album schlicht "MGMT". Fotoquelle: Sony Music.

MGMT betiteln ihr drittes Album schlicht “MGMT”.
Fotoquelle: Sony Music.

„Congratulations“ drei Jahre später missfiel vor allem jenen Hörern, die auf eine stumpfe Wiederholung der Songs der ersten Platte gehofft hatten, vielleicht mit anderen Lyrics. „MGMT“ dürfte Fans der ersten und zweiten Platte wieder gemeinsam auf dem Dancefloor vereinen.

Auf eine Richtung festlegen wollen sich die Künstler auch auf diesem Album noch nicht, vielleicht wird es nie dazu kommen. Grob lässt es sich als extrem psychedelischer Electro-Indie-Rock verorten. Die neue CD klingt dabei alles in allem zusammenhängender. Jede Menge Ohrwürmer, wenn auch mit weniger „Electric Feel“, dafür aber mit mehr Anmut und detailverliebten Spielereien sowie Songs, die alles Mögliche ausprobieren und sich in ihrem Flug zwischen Freude und Verzweiflung nicht entscheiden können.

Los geht es mit der vorab veröffentlichten Single „Alien Days“, in der rauschhafte Trance-Einflüsse mit knisternd-sphärischen Ambient-Klängen kuscheln. Diese quirlige Nummer kündigt auch gleich an, wie das Album im Folgenden verlaufen wird: Abgedreht, etwas durchgeknallt und dabei äußerst experimentierfreudig, immer mit einer Menge undefinierbarer Instrumente und sonstiger Klangerzeuger. Mit „Introspection“ wagen sich die formidablen New Yorker Songkünstler an eine abgespacte Faine Jade-Coverversion, die sofort dazu einlädt, sich entspannt in die Hängematte zu legen und von vergangenen Sommertagen zu träumen.

Nach Hören des gesamten Albums kann man sich zwar nicht entschließen, ob „Plenty Of Girls In The Sea“, „Your Life Is A Lie“ oder doch lieber „Mystery Disease“ die neue Form des MGMT-Partyhits ist, aber das muss man auch nicht. Das ganze Album ist einzige Party, auf der in nahezu jeder Sekunde etwas Neues, Aufregendes passiert.

Tracklist:
1. Alien Days
2. Cool Song No. 2
3. Mystery Disease
4. Introspection
5. Your Life Is A Lie
6. A Good Sadness
7. Astro-Mancy
8. I Love You Too, Death
9. Plenty Of Girls In The Sea
10. An Orphan Of Fortune

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Über Anne-Kathrin Fischer

Musikredakteurin und Konzertgängerin aus dem schönsten Hamburg. Kein Event, kein Festival, kein Regenbogen ohne mich!

Eine Antwort auf Abgedreht, experimentierfreudig und durchgeknallt: Das dritte Album von MGMT

  1. Peter Geuze sagt:

    Echt krasses Album!

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