„Loud Like Love“ – Das gesellschaftskritische siebte Album von Placebo

Placebo wollten einst die „größte Band der Welt werden“. Jetzt melden sich die Mannen um Brian Molko mit einem neuen Album zurück. Wer hierbei musikalische Experimente erwartet, wird allerdings enttäuscht. Das braucht die Band aber auch nicht versuchen. Durch Molkos charakteristischen Gesang wird es sowieso immer nach Placebo klingen. Gleich der erste und titelgebende Track „Loud Like Love“ hat auch schon wieder dieses Hit-Potential. Hier wird außerdem der ohrenscheinlich tolle Sound der Platte deutlich. Nach dem eher unauffäligen „Scene Of The Crime“ kommt dann der zweite Knaller der Platte: „Too Many Friends“. Der Song wurde bereits vorab als erste Single inklusive Video ausgekoppelt.

Administriere bereits ab €0,- Deine Musikschule!

Plcebo - Loud Like Love (2013) / Quelle: Universal

Placebo – Loud Like Love (2013) / Quelle: Universal

Zurecht, denn Song und Video sind auf jeden Fall ein Hit mit einem kritischen Link Richtung Generation Facebook/IPhone/2.0. „My computer thinks i´m gay!“, singt Molko. Placebo kritisieren den Wahn alles preiszugeben und am Ende selbst nicht mehr zu wissen, wer, was und wie man ist.

Damit beweist die Band Haltung. Das etwas träge daherkommende „Hold On To Me“ nimmt erst einmal ein bisschen Fahrt aus dem Hit-an-Hit-Konglomerat. Dafür kommen Streicherflächen und ein Sprechpart als neue und reizvolle Elemente hinzu.

In „Rob The Bank“ ruft Molko dann ganz offensiv zum Banküberfall und Liebe machen auf. Auch dieser Song bleibt hängen. Liebe muss wieder mehr Protest sein. Sie darf nicht nur immer über Missstände hinwegtrösten.

Die zweite Albumhälfte fällt dann mit eher langatmigen Outro-Songs wie „Begin The End“ oder “Bosco“ im Gegensatz zur ersten „Hit-Hälfte“ etwas ab.

Das Intro des Songs „Purify“ erinnerte mich sofort an „Hail To The Freaks“ von den Beatsteaks. Sehr guter Song. Der Placebo-Song plätschert dann allerdings etwas belanglos dahin.

Alles in Allem haben Placebo wieder ein sehr gutes und vor allem stilsicheres Album mit einer handvoll Hits gemacht.

Weiterlesen:

Mit “Loud Like Love TV Show” geht Placebo neue Wege

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!

Über Peter Geuze

Lebt und arbeitet als Musiker, Musiklehrer und freiberuflicher Musikredakteur in Leipzig. Lieblingsthema ist rockige Gitarrenmusik, aber auch für andere Klänge hat er stets ein offenes Ohr.

Eine Antwort auf „Loud Like Love“ – Das gesellschaftskritische siebte Album von Placebo

  1. Pingback: Placebo: Exklusiv-Konzert in Zeche Zollwerk – amusio.com

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>