“Gebt uns ein C für die Chimps” – Chimperator: ein Indie als Mayor

Ein neuer “Bürgermeister” regiert das Land! Das Independent-Label Chimperator Productions braucht keinen Major-Titel, um von sich selbst behaupten zu können: “Indie is the new May(j)or!”. Zweifelsohne haben sie im letzten Jahr mit ihrem ‘Croberaschungs’-Erfolg ein Stück Musikgeschichte geschrieben. Und das ganz ohne Skandale. Einfach, indem ein damals noch kleiner Gorilla zum Panda wurde…

Das Label Chimperator Productions mit Stammsitz in Stuttgart und Büro in Berlin wird von  Sebastian Andrej Schweizer und Niko Papadopoulos geführt.

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Die dazugehörige Booking-Agentur Chimperator Live leiten Steffen Posner und Kodimey Awoku. Das Label ist zwar erst seit Kurzem in aller Munde, aber kein Newcomer im Musikbusiness.

Alles begann 1999. Rund um die damaligen Stuttgarter Acts Supreme Techtics, Kesselkost und Bejone&Vince sowie einigen DJs, Writern und Grafikern gründete sich die Plattenfirma auf der Idee für ein Logo. Zu der Zeit regierte Stuttgart schon einmal die deutsche HipHop-Szene, als “Freundeskreis” und “Massive Töne” große Erfolge feierten. Den ersten bundesweiten Release feierte das Label 2004 mit dem Album “”Dayz of the Championz” der beiden Stuttgarter Rap-Künstler Maeckes und Plan B.

Die ertse Platzierung in den Media-Control-Album-Charts gab es für das Label  2009, als die LP des Chimperator Künstlers KAAS “The Album Formerly Known As Amokzahltag” auf Platz 100 der Charts einstieg. Gemeinsam mit dem Reutlinger Rapper TUA gründeten  Maeckes, Plan B und KAAS um 2007 die “erste reale Boyband”: Die Orsons. 2008 veröffentlichten die Jungs ihr Debut “Das Album” bei Chimperator. Es folgten ein weiteres Album sowie diverse Touren, u.a. mit Kool Savas, Fettes Brot und als Vorband für Herbert Grönemeyer. Vergangenes Jahr veröffentlichten Die Orsons ihr erstes Major-Album “Das Chaos und die Ordnung” bei Universal Pop.

Chimperator stand auch mit den Jungs von Kraftklub über ein eventuelles Signing im Gespräch. Doch diese entschiedenen sich ihren Künstlervertrag bei Beat The Rich zu unterschreiben. Im Interview mit der Backspin sagt Niko Papadopoulos: “Hätten wir Kraftklub gemacht, hätten wir Carlo nicht machen können. Die Kapazitäten hätten wir nicht gehabt!” Und so machten die Chimps Carlo und damit kam der kommerzielle Durchbruch.  Als den Chimps das ‘Meine Musik’ Mixtape des Panda-Rappers  von KAAS zugeschoben wurde und sie ihn unter Vertrag nahmen,  ging die Reise zu den Großen los. Aber Chimperator kann mehr als nur Pandas!

CRO

CRO (Quelle: chimperator.de)

Auch wenn das aktuelle Aushängeschild des Labels die Panda-Maske ist, versteckt sich dahinter nicht nur das Gesicht von Carlo Waibel. Sondern auch ein Team, das es versteht, dort zu handeln, wo es am wirksamsten ist: direkt am Zeitgeist. Die Chimperator-Crew nutzt die neuen Medienkanäle wie YouTube, Facebook, Twitter und Co. optimal für sich und ihre Künstler.

Mixtapes werden kostenlos rausgeknallt, Tour-Blogs abgedreht, T-Shirts designt, Festivals und Parties veranstaltet…Die Chimps haben für sich und ihre Künstler einen einzigartigen Look kreiert, der ihnen sehr gut steht: und zwar auf der #1! Goldene Schallplatten, ausverkaufte Touren und ein Bambi für Cro – Chimperator regiert! Über die Arbeit mit seinen Chefs sagt der Rapper: “Ein Indie ist einfach sehr viel flexibler und kann schnell und ohne dass es über 245 Schreibtische gehen muss Sachen entscheiden und umsetzen.”

Gemeinsam mit Carlo  konstruierte das Chimperator-Team ein philegranes Zusammenspiel aus: ihr seht mein Gesicht zwar nicht, aber ich zeige euch trotzdem, wer ich bin! Obwohl man den Panda-Mann auf der Straße wahrscheinlich nicht erkennen würde, bekommt man trotzdem das Gefühl, ihn zu kennen. Unerkannt und trotzdem nahbar. Und genau diese Authentizität, diese ‘Kumpel-Schiene’ ist eine der Zutaten in Chimperators Erfolgsrezept. Auch Label intern legen die Chimps großen Wert darauf, dass es zwischen ihnen und den Künstlern menschlich passt. Nie würden sie einen Künstler unter Vertrag nehmen, bei dem sie das Gefühl haben, die Chemie würde nicht stimmen. Sie begreifen sich als Familie und nicht als Arbeitsgemeinschaft. Und durch eben dieses Vertrauen ist es den Künstlern möglich, sich musikalisch komplett frei zu entfalten und jene Kredibilität zu schaffen, die Chimperator als Label auszeichnet.

Heisskalt

Der neuste Chimperator Familienzuwachs: Heisskalt (Quelle: chimperator.de)

Getreu dieser Prämisse will Chimperator auch in Zukunft arbeiten. Das im HipHop verwurzelte Label plant sich in Zukunft breiter aufzustellen. Neben neuen Acts aus dem Rap-Bereich wie SAM sollen auch Künstler aus anderen Genres das Portfolio des Labels erweitern. Vergangenen Herbst signte Chimperator  die Rockband “Heisskalt”, die ebenfalls aus dem Stuttgarter Umland stammt.

Für die nahe Zukunft heißt es bald wohl wieder: roter Teppich! Denn Cro ist nach gewonnenem Bambi und 1Live Krone auch für zwei Echos nominiert. Die nächste Amtszeit kann also beginnen!

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Über Julia Ramonat

Aufgewachsen in Hamburg, ein paar Monate in London gelebt, und zum Publizistik Studium nach Mainz gezogen. Kurze Ausflüge in die Welt des Lokaljournalismus, des Fotoredakteurs und der Öffentlichkeitsarbeit. Sonst so? Chronisches Musikhören, Dauerbesucher auf Konzerten aller Art und ein großes Herz für Deutsch-Rap.

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