Blues und Country zwischen Tradition und Moderne

Willy Gantrim – “Alone & Adrift”

Da klimpert das Klavier im Saloon vom Sound der Westerngitarre begleitet. Im nächsten Song sorgt eine Orgel für Atmosphäre. Und zur einfachen Percussion erinnert der Gesang von Willy Gantrim irgendwie an Bob Dylan. Die leicht melancholischen Stücke, einer Mischung aus Blues und Country wirken nicht altbacken, trotz ihres eher traditionellen Gefüges.  Die Texte verträumt, Geschichten von gossen Plänen, Verbrechen werden bereut und geplant. Dieses Debüt beweist, dass Blues nicht nur für alte, bärtige Männer gemacht ist.

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Quelle: popuprecords

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Der US-Amerikaner Willy Gantrim sammelte Erfahrungen als Tellerwäscher, führte Hunde Gassi, war Türsteher und Hausmeister. Während dieser Zeit erlernte er nebenher das Gitarrenspiel und schrieb Songs. Er ist ein Tagträumer und verliebt in die Metropolen dieser Welt. Sein Weg führte ihn aus Texas nach New York und von dort reiste er nach Kopenhagen. Dort wurde auch sein Debüt “Alone & Adrift” aufgenommen und produziert. Sein Plan, ein kleines, feines Country- und Blues-Album aufzunehmen, übertraf er selbst durch seine musikalische Vielschichtigkeit.

Man muss kein Liebhaber vom Blues sein, um sich mit diesem Album anzufreunden. Der Rhythmus nimmt einen automatisch mit, die Texte des Songwriters machen neugierig, sind spannend. Wehmütige Balladen wechseln sich mit fröhlichen und motivierten Titeln ab. Insgesamt hinterlässt das Album einen durchdachten und lebhaften Eindruck. Das analog geprägte Klangbild besticht facettenreich und lässt Bilder im Kopf entstehen, die zum Träumen einladen. Die Musik ist gemütlich und gleichzeitig ordentlich schwungvoll. Willy Gantrim nimmt uns mit auf eine verträumte Reise.

Frisch und unverbraucht nutzt Willy Gantrim traditionelle Instrumente und Stile. Bewusst distanziert er sich hierbei erfolgreich von althergebrachten Klischees. Der Spaß am Musizieren steht hörbar im Mittelpunkt. Ein schönes Album jenseits des Mainstreams. Derzeit tourt der Musiker mit seinem am 20.09. erschienen Debüt-Album durch Deutschland, UK, die Schweiz und die USA. Aufgenommen wurde es in Kopenhagen, dem jungen Label-Studio “Wind Some Lose Some Records”.  Dieses Video vermittelt einen guten Eindruck zu den Aufnahmen in diesem Studio und natürlich zur Musik:

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Über Melanie Labsch

Freiberufliche Grafikerin, Redakteurin und Autorin, lebt in Potsdam, Musik: Indiepop, Punk, Electro, Jazz, Blues, Klassik, Post-Rock, ....

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