DMX – Der Dark Man ist zurück

Während sich viele Rapper ja gern die knallharte Gangster-Bio von einer Heerschar an PR-Leuten scripten lassen, ist dies bei DMX ziemlich überflüssig. Lyrics über Knastaufenthalt, Gewalt und Drogen sind bei dem Musiker mit dem bürgerlichen Namen Earl Simmons eher eine Art gut gefülltes Tagebuch. Leider blieb da in der jüngeren Vergangenheit kaum noch Zeit für einen Studioaufenthalt. Doch nun sind die Strafen erst einmal alle abgesessen und mit „Undisputed“, das auf dem Label Seven Arts Music erscheint, auf dem unter andern auch die alten Heroen von Bone Thugs-N-Harmony anzutreffen sind, steigt der Altmeister endlich wieder in Ring.

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Cover von Undisputed

DMX – Undisputed

Nach sechs Jahren setzt DMX mit der Platte zum Comeback in einem Business an, dass er mit seinen Erfolgen ab dem Ende der 1990er Jahre selbst groß werden ließ. Nicht viele Hip-Hopper können auf Verkaufszahlen der eigenen Alben im zweistelligen Millionenbereich zurückschauen, ohne sich dabei dem eigenen musikalischen Sell Out verdächtigt gemacht zu haben. Allein die ersten fünf Alben von DMX charteten damals auf die Nummer 1 der Billboard Charts, wobei DMX sogar das seltene Kunststück schaffte, 1998 diesen Triumph gleich mit zwei Scheiben zu erleben. Diese goldenen Zeiten sind ohne Frage vorbei, passe auch die Option für Rollen als Schauspieler wie in dem Blockbuster „Born 2 die“ mal eben 5 Millionen Dollar als Gage einzustreichen oder Jay-Z als Vorprogramm für die eigene Show zu buchen.

Auf dem siebten Streich seiner Diskographie zeigt DMX aber, dass er den Mix aus zornigen Lyrics und harten Beats immer noch locker beherrscht. Dazwischen wird die aggressive Stimmung immer wieder mit funkigem Old-School aufgelockert und in Songs wie „Sucka for love“ feat. Dani Stevenson wagt sich der Dark Man sogar in bisher unbekannte R’n’B-Gefilde.

Letztgenannte Tracks werden der puristisch eingestellten Fangemeinde sicher wenig schmecken, eignen sie sich doch zum coolen Cruisen im Viertel nur bedingt. Bleibt zum Schluss zu hoffen, dass die sicher bald anstehende Tour zum Album nicht einem neuerlichen Haftbefehl zum Opfer fällt!

Tracklisting:

  1. Lookin Without Seein (Intro)
  2. What They Don’t Know
  3. Cold World feat. Adreena Mills
  4. I Don’t Dance feat Machine Gun Kelly
  5. Sucka For Love feat. Dani Stevenson
  6. I Get Scared feat. Rachel Taylor
  7. Slippin’ Again
  8. Prayer
  9. I’m Back
  10. Have You Eva
  11. Get Your Money Up
  12. Head Up
  13. Frankenstein
  14. Ya’ll Don’t Really Know
  15. I Got Your Back feat. Kashmere
  16. No Love feat. Adreena Mills
  17. Already

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Über Mathias Bartsch

Freier Journalist mit endlos gelooptem Anspruch Musik störungsfrei in Text zu dekodieren. Für die regelmäßige Inventur der aktuellen Musiklandschaft geht er furchtlos bis zur Baumgrenze des Hörbaren!

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