Robert Glasper Experiment - Black Radio: Volume 2

Black Music auf der Höhe der Zeit

Common, Brandy, Dwele, Faith Evans, Norah Jones, Snoop Dog, Lalah Hathaway und noch einige mehr – die Liste der Sängerinnen und Sänger, die dem Album „Black Radio 2“ des „Robert Glasper Experiment“ ihre Stimme leihen, ist beeindruckend. Doch wird Glasper mit ihnen und dem breiten musikalischen Spektrum, dass sie abdecken, dem Anspruch gerecht, dass „…nach dem Muster von “Black Radio” erneut stilistische Grenzen außer Kraft gesetzt werden, um neue musikalische Höhen zu erreichen”, wie es im Pressetext zum am 27.9. auf Blue Note erschienenen Album heißt?

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Ein Kaleidoskop akuteller Black Music Quelle: Universal Music

Ein Kaleidoskop akuteller Black Music
Quelle: Universal Music

Keine Frage, mit “Black Radio 2″ knüpft Glasper nahtlos an den von Kritik und Publikum einhellig gelobten Vorgänger an. Nach einem ruhigen Intro schlägt er mit seinen Gästen elf Seiten im Buch der zeitgenössichen schwarzen Musik auf. Rapper Common breitet seinen Sprechgesang über dem treibenden “I Stand Alone” aus, R´n´B-Star Brandy zeigt in “What Are We Doing” ihr stimmliches Potential, Jill Scott ruft in “Calls” verspielt lasziv nach ihrem Lover und Snoop Dog rappt mit kaum zu überbietender Coolness im relaxt dahingroovenden “Persevere”, dass es eine wahre Freude ist.

Soweit so gut, Glasper am Piano und seine Mitstreiter Derrick Hodge am Bass, Casey Benjamin an Saxophonen und Vocoder sowie Mark Colenburg an den Drums unterlegen die Gesänge der Gäste mit modernen Arrangements und Sounds. Das ist niemals überfrachtet, passt glänzend zum Charakter der Tracks und liegt damit absolut auf der Höhe der Zeit.

Aber sind das neue musikalische Höhen? Dazu bewegen sich die 12 Tracks doch zu sehr in bekannten Bahnen, was für eine CD mit dem Titel “Black Radio” ja aller Ehren wert und kein Manko ist. Die einzige, höchst spannende Ausnahme ist für mich “Let It Ride” mit Norah Jones. Ihr ruhiger, getragener Stil wird mit einem zappeligem Drum&Bass-Beat gehörig gegen den Strich gebürstet. Das funktioniert auf dem mutigsten Track der Platte prächtig.

Um die Grenzen der zeitgenössichen Black Music zu erweitern, hätte es mehr dieses Wagemuts gebraucht. Was dann möglich ist, kann sich Glasper bei seinem Bandkollegen Derrick Hodge abschauen. Der hat mit seinem beeindruckenden Blue Note-Debut “Live Today” wirklich neue Wege beschritten.

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