REVIEW:

CRUD für iPad – DREHKNÖPFE AUF EINEM TOTENSCHÄDEL

Dreckige Tasten. Höllische Sounds. Tiefe grummelnde Basslines aus der Gruft: Das ist CRUD. Ein Synthesizer der böse, wobbelige Dubstep und Drum’n’Bass Bässe ausspucken soll. Klingt nach einem Konzept welches, bei der gegenwärtigen Popularität von Dubstep, auf positive Resonanzen stossen sollte. Wie also schlägt sich CRUD aus der Gruft von gestern, in der nun aufgeräumten iOS7 Welt von heute? Was sagen die Ohren?

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CRUD Totenkopf Effekt-Sektion, Quelle: amusio.com

CRUD Totenkopf Effekt-Sektion, Quelle: amusio.com

Zunächst sagen die Ohren garnichts – die erste Wahrnehmung die man erfährt ist visueller Natur: Wo kommt der ganze Schmand auf der Klaviatur her? Mein schönes iPad wurde doch in Kalifornien designed !! CRUD ist eine Bad-Ass-App mit Attitude – und schon das Design des Interface sieht aus wie es klingen soll: Dreckig.

Schuld daran sind Twisted Electrons, die der iOS Welt bereits zuvor einige gut klingende Synthesizer-Apps beschert haben.

Interface:

Die App ist sehr gradlining strukturiert. Es gibt nur 2 Screens:

  • Einen Browser Screen, auf dem man einen Sound aus 50 Presets wählen kann.
  • Und einen Effekt Screen, auf dem der Sound von insgesamt 6 Reglern beeinflusst werden kann.

Erwähnenswert ist vielleicht das sich die Effekt-Sektion auf der Oberfläche eines Totenschädels befindet, dessen Augen aufleuchten wenn man einen Ton spielt. [So Bad-Ass ist CRUD] Drückt man auf die Nase [bzw. die Löcher in der Mitte des Schädels], öffnet sich dieser und offenbart einen Blick in Innere: -> Der Preset Browser.

Sound:

CRUD Preset Browser, Quelle: amusio.com

CRUD Preset Browser, Quelle: amusio.com

Die einzelnen Patches klingen gut, und funktionieren perfekt in einem Dubstep oder Drum’n’Bass Kontext. Allerdings sind sie, meiner Meinung nach, auch vielseitig anderweitig einsetzbar. Überhaupt merkt man dass die Presets sorgfältig gecrafted wurden, denn sie zeugen von Geschmack und Musikverständnis. Kleines Manko: Wenn man das iPad über ein Audiointerface betreibt, oder per Miniklinke an gute Monitorboxen anschliesst, klingen die Sounds leider etwas Dünn. Dies ist allerdings mit einem externen Equalizer [oder AudioBus Effekt] leicht zu beheben, und danach haben die Bässe dann auch den gewünschten Wumms.

Effekte:

In der Effekt Sektion können die Klänge durch folgende Parameter beeinflusst werden:

  • Cutoff
  • Resonance
  • Portamento
  • VCA Release
  • VCA Attack
  • Bitcrush
  • LFO Depth
  • LFO Speed

Allerdings gibt es immer nur 6 Regler und je nach geladenem Preset ändert sich deren Belegung.

Spielbarkeit:

Frei nach den Regeln von Dubstep-Bässen: Je höher der Pitch eines gespielten Sounds, desto schneller bewegt sich das gewobble. [Das dies das Konzept der ganzen App ist, lässt sich auch unschwer an dem Zahnrad erkennen, das oberhalb des Preset Screens angebracht wurde…] Auf dem Touchscreen lassen sich die Bässe erstaunlich gut spielen [Der Dreck ist ja nur virtuell…] und so steht auch dem Einsatz als Live-Instrument nichts im Wege.

Die App unterstützt AudioBus, und ist somit auch für Produktionen auf dem iPad gut geeignet. 

Der Preis beträgt 3,95€ im App-Store.

Bewertung:

Interface: 7/10
Sound: 8/10
Preis/Leistung: 8/10

Insgesamt: 8/10

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Über Milan Grajetzki

Milan Grajetzki | Freiberuflich als Musikproduzent, Gamedesigner und Redakteur. Derzeit Student an der Kunsthochschule für Medien, Köln.

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