Tradition und Moderne

New Sounds of Iran in Hamburg und Köln

Das Wochenende vom 11. bis 13. Oktober verplanen weltoffene Musikfreunde in Hamburg und Köln mit dem Besuch des Festivals „New Sounds of Iran“. Denn nie zuvor bestand eine vergleichbare Möglichkeit, Tradition und Moderne der (exil-) iranischen Musikszene und ihrer exotischen Klangfülle authentisch zu erleben. Über zwanzig Künstler mit iranischen Wurzeln werden ihre innovativen Interpretationen persischer Musikkultur vorstellen, ja musikalische Welten erschließen, wie sie in Deutschland noch weitestgehend unbekannt sein dürften.

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New Sounds of Iran (Mehemt Alatur / Breeder Design)

New Sounds of Iran (Mehemt Alatur / Breeder Design)

Selbst wenn der politische Kontext unweigerlich mitgedacht wird, sollten instrumentale Virtuosität und schöpferische Experimentierfreude dieses Festival der Extraklasse prägen. Veranstaltet von KölnMusik, gemeinsam mit DIVAN e.V. (Verein für deutsch-iranische Begegnungen), der Akademie der Künste der Welt sowie der Elbphilharmonie Konzerte Hamburg, wartet „New Sounds of Iran“ mit einer künstlerischen Bandbreite auf, bei der es schwerfällt, einzelne Künstler hervorzuheben.

Nur einige Beispiele: Pedram Derakhhshani verbindet als einer der weltbesten Solisten am Santur (vergleichbar dem alpinen Hackbrett) persische Kunstmusik mit Fusion-Jazz und Rock.

M.Mortazavi mit Tombak (Acci Baba)

M.Mortazavi mit Tombak (Acci Baba)

An der Tombak, einer kelchförmigen Bechertrommel, genießt Mohammad Reza Mortazavi höchste Anerkennung. Mittlerweile hat er über 30 Schlag- und Fingertechniken entwickelt, mit denen er einer tradierten Rhythmik völlig neue Aspekte verleiht.

Saeid Shanbehzadeh (Künstleragentur / KölnMusik)

Saeid Shanbehzadeh (Künstleragentur / KölnMusik)

Von furioser Perkussion begleitet, entlockt Saeid Shanbehzadeh dem Ney Anban, einer persischen Variante des Dudelsacks ein Feuerwerk entfesselter Melodik, dass ein staunendes Publikum von den Stühlen reißt und zum Mitfeiern animiert. Meditativer geht es bei der Nioosh Band zu, deren Mix aus persischer Tradition und World Music von einer stimmungsvollen, der Nasta lig – Kalligraphie entlehnten, Visualisierung getragen wird.

Als Veranstaltungsorte sind in Hamburg der Mojo Club, in Köln die Philharmonie sowie der Stadtgarten vorgesehen; ein Sufi-Tanzworkshop sowie ein Filmforum, dass die aktuelle Situation von Musikern im Iran fokussiert, bilden das Rahmenprogramm. Tatsächlich leben die meisten der am Festival beteiligten Künstler im Exil. Das mag musikalisch zu kreativen Fusionen führen (was zu begrüßen ist), es bleibt aber zu wünschen, dass sich die zarten Hoffnungen auf den neuen Staatspräsidenten Hassan Rohani in Teheran erfüllen werden, womit mehr künstlerische Freiheit und Autonomie auch für die in der Heimat verbliebenen Künstler einhergehen sollten.

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