Old-School-Rock’n’Roll

Solide Hausmannskost: das neue MOTÖRHEAD-Album “Aftershock”

Die britischen Rock’n’Roll-Urgesteine MOTÖRHEAD zaubern am 18. Oktober ihr – festhalten! – 21stes Album in die Regale der Plattenshops. Wir haben „Aftershock“ bereits durch unsere Lautsprecherboxen gejagt. Die neue Langrille bietet den altbekannten, schnodderig-kraftvollen Old-School-Sound, den man von den Briten kennt, trotzdem birgt sie einiges an Abwechslung.

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Solide: das neue Motörhead-Album "Aftershock" Bild: UDR Records

Solide: das neue Motörhead-Album “Aftershock” Bild: UDR Records

Motörhead haben es geschafft, denselben Song zweihundert Mal verschieden zu vertonen“, ketzerte vor einigen Jahren einer meiner Freunde. Er meinte das indes nicht sarkastisch, sondern anerkennend. Das Zitat kam mir wieder in den Sinn, als sich zum ersten Mal die neue CD der Briten in meinem Player drehte. Denn dabei handelt es sich einmal mehr um höchst solide Rock’n’Roll-Hausmannskost ohne Experimente. Hohes Tempo, schmutzige Gitarrenriffs mit viel Wah-wah und dazu Lemmys raue Jack-Daniels-Gedächtnis-Stimme.

Wer ernsthaft dachte, dass Lemmy Kilmister und seine Mannen auf die alten Tage musikalisch neue Wege einschlagen würden, der glaubt auch, dass Osterhase und Weihnachtsmann im Sommer gemeinsam in den Urlaub fahren. Das Nachfolgeralbum der erfolgreichen „The World is Yours“-Scheibe drischt dem Hörer unbarmherzig den schnodderigen Old-School-Sound durch die Gehörgange, der die Band schon seit fast 40 (!!!) Jahren auszeichnet und zu einer der erfolgreichsten Metalbands des Planeten gemacht hat.

Das heißt nicht, dass dem Album die Abwechslung fehlt: Schnurgerade, kraftgeladene Uptempo-Kracher wie „End of Time“ wechseln sich ab mit riffigen Midtempo-Nummern a la „Silence When You Speak to Me“. Die eine oder andere Überraschung wartet ebenfalls auf ihre Hörer. Mit „Dust and Glas“ hat es ein baladesker Song auf die Scheibe geschafft, bei der Lemmy sogar mal den Schalter „Reibeisen“ in seiner Stimme auf „off“ stellt und sanften Klargesang anstimmt. Ein weiteres Highlight ist der „Lost Woman Blues“. Dahinter steckt – wie der Name vermuten lässt – eine waschechte Bluesballade, bei der die drei Briten gegen Ende allerdings wieder ordentlich aufs Gas treten. Die Einstiege mancher Titel erinnern noch dazu an alte Gassenhauer wie „Ace of Spades“, „Overkill“ und „Orgasmatron“.

Fazit: „Aftershock“ bietet nichts wirklich Neues, grundsoliden Motörhead-Sound eben. Mehr Old School geht nicht. Trotzdem wird die Scheibe nie eintönig. Für Fans des kräftigen, schmutzig-bluesigen Rock’n’Roll ein absolutes Muss. Wermutstropfen: nur 47 Minuten Spielzeit.

Trackliste:
Heartbreaker
Coup de Grace
Lost Woman Blues
End Of Time
Do You Believe
Death Machine
Dust And Glass
Going To Mexico
Silence When You Speak To Me
Crying Shame
Queen Of The Damned
Knife
Keep Your Powder Dry
Paralyzed

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Über Thomas Mendle

Freier Journalist und Autor. Lebt nach Zwischenstationen in Tübingen, Phoenix/Arizona und Bonn in Düsseldorf und arbeitet für mehrere große Tageszeitungen sowie für die dpa. Rock, Hard Rock und Heavy Metal gehören ebenso zu seinen Spezialgebieten wie Auto und Motorrad.

3 Antworten auf Solide Hausmannskost: das neue MOTÖRHEAD-Album “Aftershock”

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