Musique Concrete Essentials

Robert Normandeau – Sonars

Zum ersten Mal erschien mir Robert Normandeau auf einem ganz wunderbaren Sampler, der Trans Canada Compilation des Zentrums für Kunst- und Medientechnologie Karlsruhe. Man merkt, dass Normandeau ein akademisches Bündel mit sich herumträgt. Er hat einen Bachelor an der Université Laval in Komposition und Elektroakustik und gründete 1987 die Canadian Electroacoustic Community.

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Quelle: Rephlex

Quelle: Rephlex

Sein Album Sonar, das 2001 auf Aphex Twins Rephlex-Label erschien, gehört zu meinen großen Favoriten in Sachen Musique Concrete. Man kann seiner Eigenbeschreibung, er mache “Kino für das Ohr”, nur zustimmen. Es ist als ob die Klänge sich der Bilder bemächtigten, als ob die Filmmusik das flackernde Licht aufgesaugt und in einer geisterhaften Gegenständlichkeit als Schall wiedergeboren hätte. Die Orgel in Eclat de Voix versetzt uns in den alten Horrorfilm zurück, während die fiesen Obertöne als fledermausartige Kreaturen uns im Dunklen überfallen.

Man befindet sich auf einem mystery trip, mitten durch ein knarrendes, verlassenes Haus, durch das ein Kinderatem weht. All diese Kompositionen sind so übereinandergeschichtet und komplex, dass sie einen überwältigen. Sie treffen einen an einem verwundbaren Punkt und ziehen einen hinab in den blanken Horror.

Wenn man also nach dem Soundtrack einer ausgewachsenen paranoiden Psychose sucht: Hier ist er. Überall lauert etwas, hetzt einen durch die Gänge und lässt nicht los. Ein Meisterwerk des Schreckens.

Sonars ist 2001 auf Rephlex erschienen

 

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Über Fabian Vallon

Seit 4 Jahren in Frankfurt wohnhaft, über den Punk zu Techno gekommen, immer ziellos in der Stadt unterwegs, produziert selbst unter dem alias quantities, Teil des Untergrunds, mag Slavoj Zizek und sammelt alte Spex-Ausgaben.

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