Das aktuelle Projekt von Kim Gordon

Body/Head – Album und Tour mit “Coming Apart”

Ende 2011 war es ein Schock. “Sonic Youth” gab  nach dreißig Jahren die Auflösung bekannt. Die Band, welche viele Jahre das Zentrum nicht nur meines Musikverständnisses bildete. Das Trostpflaster: Thurston Moore, Lee Renaldo und Kim Gordon legen fortan ihren Schwerpunkt auf die eigenen Solokarrieren. Klar war ich gespannt, was mich erwartet. Und jetzt hat Kim Gordon mit ihrem Projekt “Body/Head” ein von mir heiß erwartetes Album veröffentlicht. Das Label Matador Records, bei dem auch schon “Sonic Youth” beheimatet waren, veröffentlichte im September “Coming Apart”.

Administriere bereits ab €0,- Deine Sprachschule!

Quelle: Matador Records

Quelle: Matador Records

Lange musste ich warten auf dieses Projekt. Und zugegeben. Das erste Hören der Platte hat mich ein wenig bestürzt. Ich wusste schon, dass da sicher nichts Eingängiges von dieser “Godmother of Grunge” kommen kann. Auch dass mit ihrem neuen Kollegen Bill Nace ein zweiter Bass in dieses Duo tritt ließ mich rätseln. Vor den Kopf gestoßen war ich leider im letzten Jahr von ihrem Projekt “Yokokimthurston”, wo mich das quietschende Gejaule von Yoko Ono völlig entgeisterte. Einer inneren Verpflichtung als “Fan” folgend legte ich “Coming Apart” jedoch immer wieder auf und höre dieses neue Werk inzwischen beeindruckt immer wieder.

Als Erstes ist mir der Song “Aint” ins Ohr gesprungen. Eine völlig eigene Interpretation des Klassikers von Nina Simone. Eigenwillig und avantgardistisch geht er unter die Haut. Dieses Lied ist für mich der Einstieg in dieses Album gewesen. Langsam fange ich an, es zu verstehen. Die starken Improvisationen zwischen den Bässen, nur wenige Effekte hinzugefügt provozieren. Diese Platte ist ein Muss für jeden, der auch die schwierigen Seiten von “Sonic Youth” liebte. Kein Album zum eben mal durchhören. Man sollte es immer wieder mal in den Player legen und am Besten im Besitz einer guten Anlage sein!

Die Band hatte sich mit der Trennung in alle Einzelteile zerlegt. Und dennoch ist bei jedem dieser Künstler in den Soloprojekten noch immer ganz viel “Sonic Youth” enthalten. Lee Renaldo verfolgte das Konzept vom sturen Bass, obertonigen Gitarren und Drums ganz geradeaus. “Between the Times and the Tides” war das erste Album in der Zeit “danach”. Thurston Moores musikalischer Charakter spiegelt sich in seiner Band “Chelsea light Moving” glücklicherweise wieder. Kim Gordon präsentiert sich mit “Coming Apart” gewohnt brachial, düster und verstörend. Sie kann es sich leisten. Als getreuer Fan nehme ich ihr jeden Ton ab!

Nach der Tour durch Amerika statten “Body/Head” auch Europa einen kleinen Besuch ab. In Deutschland sind sie am 5. November im Bi Nuu zu Gast.

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!

Über Melanie Labsch

Freiberufliche Grafikerin, Redakteurin und Autorin, lebt in Potsdam, Musik: Indiepop, Punk, Electro, Jazz, Blues, Klassik, Post-Rock, ....

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>