Smalltalk mit Ville und Niilo

Kaffeetassen, Träume und E-Mail-Songwriting – Interview mit Insomnium

Momentan touren sie mit Children of Bodom durch Europa , stehen der Hatecrew musikalisch aber in nichts nach: INSOMNIUM. Die stolzen Depri-Death-Metaller aus Ostfinnland promoten noch ihr letztes Album “One For Sorrow”, während das nächste schon in den Startlöchern bereit steht. Aber zwischen dieser Hektik hatten Gitarrist Ville Friman und der etwas schweigsame Sänger/Bassist Niilo Sevänen noch Zeit für ein Pläuschchen im Tourbus – der übrigens an Modernität kaum zu übertreffen ist und zuvor im Besitz von Snoop Dogg war!

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Sehr schicken Tourbus haben die Finnen! (Foto: Anne Swallow)

Sehr schicken Tourbus haben die Finnen! Wir waren dabei (Foto: Anne Swallow)

Anne: Ihr habt gerade erst eure neue Single „Ephemeral“ veröffentlicht, die einen wirklich bemerkenswerten Songtext hat und – wenn ich es richtig verstanden habe – sehr auf dem „Carpe Diem“ Prinzip beruht. Besonders mochte ich die Zeile „Dreaming doesn’t make life less real for us“. Nun dreht euer Bandname sich ja auch um das Thema Träume – wie wichtig ist euch dieser Aspekt des Traums beim Songschreiben?

Ville: Ich fand den Gedanken sehr wichtig, dass Menschen träumen müssen, um in ihrem Leben etwas zu erreichen. Du brauchst Vorstellungskraft und Inspiration, um dir deinen Weg durch diese komplizierte Welt zu bahnen.
Aber dass mir nun Songideen im Schlaf gekommen sind, das ist eher nicht der Fall (lacht) Noch träumen wir nicht unsere eigenen Alben fertig!

Aber was sind denn die Sachen, von denen ihr im übertragenen Sinne träumt, die ihr erreichen wollt?

Niilo: Puuh… Wir glauben an unsere Band und möchten auf keinen Fall damit aufhören, nur weil vielleicht mal etwas Dummes passiert oder nicht so läuft, wie wir uns das alles vorgestellt haben.

Ville: Und wir denken auch immer wieder, dass es sich lohnt, harte Arbeit in etwas zu investieren, denn früher oder später zahlt es sich aus. Aber natürlich kann man das auch nicht 24 Stunden am Tag machen, wir haben alle noch Jobs nebenher und müssen uns um das „normale Leben“ kümmern – das ist aber auch gut so, auf die Weise sind wir nicht völlig aufgeschmissen, wenn uns mal nichts Musikalisches einfällt. Wir haben uns nie gesagt „Hey, wir wollen die nächsten Metallica sein!“ (lacht)

Wie gingt ihr eigentlich beim Schreiben des Albums vor, das gerade noch in der Mache ist. Ihr lebt ja über ganz Europa verstreut und seht euch fast nie, stimmt es, dass eure Songs hauptsächlich über E-Mailkontakt entstehen?

Ville: Ja, wir machen all unsere Demos, Riffs und Texte Zuhause fertig und senden sie dann an den Rest der Band. Das funktioniert schon seit Jahren, fast Jahrzehnten so und wir bekamen nie Probleme. Natürlich können wir nicht so häufig proben wie andere Bands, aber vor der Aufnahme jedes Albums kommen wie zusammen und üben wie die Wilden. Bisher hat es im Studio dann auch immer super geklappt.
Dafür gehen wir danach wieder unsere getrennten Wege, studieren und arbeiten über Europa verstreut. Aber das macht nichts, solange sich jeder an den Wochenenden die Zeit nimmt, richtig an der Musik zu arbeiten.

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Über Anne-Catherine Swallow

Geboren 1987 in Heidelberg, aufgewachsen in Paris, Diplom Kreatives Schreiben & Kulturjournalismus aus Hildesheim. Zu haben für alles, was laut, düster und böse ist.

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