Ein Auf und Ab

Miley Cyrus‘ „Bangerz“ will mehr als es kann und kann mehr als man denkt

Nach etlichen Skandalen endlich mal wieder eine musikalische Meldung: Heute veröffentlicht Miley Cyrus ihr drittes Album „Bangerz“. Und allen Unkenrufen zum Trotz hat die 20-Jährige eine solide Platte geschaffen, mit der sie sich mehr in die Hip-Hop-Richtung orientiert. Dank zahlreicher Kollaborationen mit Rappern gelingt ihr das auch ganz gut. Neben schwächelnden, gekünstelt wirkenden Songs sind ihr auch echte Kracher gelungen.

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Besser als an denkt: Miley Cyrus' "Bangerz" / Foto: Sony Music

Besser als an denkt: Miley Cyrus’ “Bangerz” / Foto: Sony Music

Von Miley Cyrus hat man ja in letzter Zeit eigentlich genug gehört: Neben dem Twerk bei den MTV Video Music Awards, ihrem Skandalvideo zu „Wrecking Ball“, zahlreichen Nackt-Auftritten und dem Aus ihrer On-Off-Beziehung mit Liam Hemsworth gab es aber auch Gutes zu berichten. So knackt die 20-Jährige den beruflichen Jackpot mit unter anderem nicht enden wollender Publicity und einer Nummer 1 in den US-Billboard-Charts. Und so wie Miley Cyrus‘ Leben derzeit verläuft, ist auch ihr neues Album „Bangerz“: ein Auf und Ab.

Was man von Miley Cyrus wegen ihrer ständigen Entgleisungen eigentlich gar nicht mehr erwartet, ist gute Musik. Tatsächlich ist ihre musikalische Leistung im Trubel um ihre Person vollkommen untergegangen. Wie klingt eigentlich „Wrecking Ball“? Vor dem geistigen Auge erscheint immer nur eine nackte, auf einer Abrissbirne schaukelnde oder einen Hammer ableckende Miley. Aber neben dem Video, das im Internet Opfer zahlreicher parodistischer Nachahmungen wurde, wurde letztlich auch der Song selbst vielfach gecovert. Warum? Es ist ein guter Song.

"Bangerz" ist für Miley Cyrus sicherlich Grund zum Feiern / Foto: Sony Music

“Bangerz” ist für Miley Cyrus sicherlich Grund zum Feiern / Foto: Sony Music

Und weil es uns aus verständlichen Gründen so schwer fällt, die mediale Persönlichkeit gedanklich von der Musikerin abzutrennen, ist „Bangerz“ ein wahrer Schock. Denn das Album ist nicht schlecht und wirkt nur stellenweise so gekünstelt wie Miley Cyrus derzeit auftritt. Hit-Kandidaten wechseln sich mit schwächeren Songs ab, Kollaborationen vor allem mit Rappern sorgen für einen gewissen Variantenreichtum.

Das Highlight befindet sich gleich am Anfang der Platte. Untypischerweise ist der Opener „Adore You“ eine Ballade. Das Liebeslied, textlich und melodisch erwachsen, wird durch Miley Cyrus‘ starke Stimme getragen. Da möchte man hoffen, dass es nicht Ex-Freund Liam Hemsworth gewidmet war, sonst könnte einem die überdrehte Skandalnudel fast leidtun.

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Über Kathrin Tschorn

Kathrin Tschorn | Freiberufliche Musikredakteurin und Lektorin, beheimatet in Berlin. Stets Musik aus den Bereichen Pop, Rock, Indie, Jazz sowie allem dazwischen auf den Ohren und eine Tastatur unter den Fingern.

Eine Antwort auf Miley Cyrus‘ „Bangerz“ will mehr als es kann und kann mehr als man denkt

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