"Metal Guru" für 6 DM

Mein erstes Mal – T.Rex

Ich wünschte ich könnte jetzt einen anderen, einen richtig coolen Namen nennen! Iggy Pop, George Clinton, Frank Zappa, Karl-Heinz Stockhausen, Kraftwerk, Sly Stone, Peter Brötzmann …aber nein, bei meinem ersten Mal im Plattenladen landete ich bei T.Rex. Doch es hätte schlimmer kommen können: Status Quo, Frank Zander oder Sweet – das Zeug, was meine Kumpels hörten.

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Meine erste Single: "Metal Guru" von T.Rex. Photo: Ariola

Meine erste Single: “Metal Guru” von T.Rex. Photo: Ariola

An diesen ersten Plattenkauf meines Lebens erinnere ich mich, als wäre es gestern. Meine Tante Aurelie aus den U.S.A. war zu Gast. 15 deutsche Mark gab es für mich als wahrlich fürstliches Gastgeschenk. Ich war Elf und noch Fan von Juliane Werding („Am Tag als Conny Kramer starb“). Aber ich suchte nach neuen Horizonten, wollte weg vom Schlager. Und ich hatte jetzt Geld. Also ging ich zum nächsten Elektronik-Händler am Rübezahlplatz in Hannover-Mittelfeld.

Dort konnte man sich durch ein Repertoire von ca. 100 Singles hören. Meine Wahl fiel schließlich auf „Metal Guru“ von T.Rex. Irgendwie fand ich die Melodie gut, der Song hatte etwas Euphorisches, er öffnete Schleusen des Bewusstseins. Klingt jetzt kitschig. So war’s aber.

Für 6 DM gehörte das kleine Stück Vinyl mir. Ein neuer, ein wichtiger Lebensabschnitt tat sich für mich auf. Weitere 12 Jahre später beschloss ich Musikjournalist zu werden.

Von T.Rex bin ich dann zum Hardrock gekommen. Ein älterer Cousin von mir spielte E-Gitarre, durfte lange Haare tragen und besaß Deep-Purple-LPs. Also kaufte ich mir auch eine im Sonderangebot für 10 Mark: „24 Carat Purple“ – eine Best-Of-Compilation. Meine erste LP! Durch Zufall entdeckte ich wenig später den Namen des Deep-Purple-Gitarristen Tommy Bolin auf einem Album des Jazzrock-Schlagzeugers Billy Cobham. So bin ich zum Jazz gekommen. Aber das gehört in einen anderen Artikel …

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Über Bernd Schwope

Journalist, DJ und leidenschaftlicher Plattensammler, wohnt und arbeitet in Langenhagen bei Hannover. Seine Vorliebe gilt schwarzer Musik von Soul/Funk über Jazz bis zu Chicago House. Motto: Es gibt nur gute oder schlechte Musik.

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