Die Rückkehr einer Legende

Die Power-Metal-Götter METAL CHURCH im Interview

Die Metal-Welt war erschüttert, als 2009 die Power-Götter METAL CHURCH ihre Trennung bekannt gaben. Umso mehr überraschte, dass „MC“ 2012 auf der Kreuzfahrt „70.000 Tons of Metal“ dabei waren und obendrein 2013 einige Shows in Europa absolvierten. Schnell war klar, dass die Jungs aus Seattle eine neue Scheibe einspielen. Wir haben am Rand des Headbangers Open Air nachgefragt bei Mastermind und Gitarrero Kurdt Vanderhoof und Sänger Ronny Munroe.

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Mastermind und Klampfengott: Kurdt Vanderhoof (Bild: Rat Pak Records)

Mastermind und Klampfengott: Kurdt Vanderhoof (Bild: Rat Pak Records)

Amusio: War der Niedergang Eures Plattenlabels SPV der Grund für den Split 2009?

Kurdt Vanderhoof: Ich würde vielmehr von einem Pausieren sprechen als von einer Auflösung. SPV war eher der Auslöser als der Grund. Für uns war es Zeit, etwas anderes zu machen und unsere Soloprojekte voranzutreiben. Als uns dann der Veranstalter von 70.000 Tons anrief, waren wir Feuer und Flamme, mal die hohe See zu rocken (lacht). Die Resonanz der Fans war gewaltig und frenetisch, und wir hatten so viel Spaß, dass wir uns entschlossen haben, am Ball zu bleiben.

Amusio: …und eine neue Scheibe zu bringen...

Kurdt Vanderhoof: Ja. Wir haben ja nun ein eigenes Label – Rat Pak Records. Das hat Riesen-Vorteile. Keine Zwänge und keine Knebelungen – das gibt viel Freiraum für die künstlerische Arbeit und auch für das eine oder andere Seitenprojekt. Niemand schreibt uns vor, was wir wie und wann zu tun haben, Außerdem müssen wir nicht mehr Abermillionen CDs verkaufen, um davon leben zu können. Und das wichtigste ist: Es macht uns endlich wieder Spaß!

Sänger Ronny Munroe (Bild: Rat Pak Records)

Sänger Ronny Munroe (Bild: Rat Pak Records)

Amusio: Was darf der Fan von der neuen Scheibe erwarten? Eher den brachialen, mitreißenden Power Metal wie auf den ersten beiden Scheiben oder tendenziell progressives Material wie auf „A Light in the Dark“ und „This Present Wasteland“?

Ronny Munroe: Das Album ist back-to-the-roots, trägt aber definitiv den Stempel der heutigen, modernen Metal Church mit dem jetzigen Lineup. Also quasi das Beste aus beiden Welten. Auf jeden Fall ist ein Menge Abwechslung geboten. Es gibt sehr thrashige Gitarrenriffs, aber auch sehr gradlinige, eingängige Melodielinien.

Kurdt Vanderhoof: „Generation“ ist definitiv das beste der vier Alben, die wir in der jetzigen Besetzung produziert haben. Unter unserem Label haben wir jetzt endlich mehr Freiheit und vor allem viel mehr Spaß an dem was wir tun. Und das zeigt sich auf der neuen Scheibe extrem.

Amusio: Was hat der Titel „Generation Nothing“ zu bedeuten?

Ronny Munroe: Die amerikanische Gesellschaft lebt mittlerweile ausschließlich in einer Medienwelt. Sie kann nur noch mit einem Bildschirm vor dem Gesicht existieren. Kinder und Jugendlich verbringen ihre gesamtes Leben außerhalb der Schule in einem Darkroom mit ihrem PC oder ihren Videospielen und stopfen sich dabei Unmengen von Junk Food rein. Es gibt so viele 12-Jährige, die so fett sind, dass sie kaum mehr gehen können. Doch das betrifft Erwachsene in gleichem Maß. Ohne Motivation, Perspektive oder soziale Kontakte. Das ist die Generation Nothing.

Kurdt Vanderhoof: Eine ganze Generation, die im Begriff ist, zu verblöden. Diese Menschen haben keinerlei Antrieb, keine Ziele, keine Perspektive – und das stört sie noch nicht einmal. Kinder, die es gar nicht mehr kennen, mit Freunden draußen zu spielen oder Fahrrad zu fahren, so wie wir früher. Für sie ist die Welt eine (Matt-) Scheibe.

Amusio: Auf 70.000 Tons und hier auf dem Headbangers Open Air spielt ihr das gesamte erste Album in seiner Abfolge. Das hat für Aufsehen und Begeisterung gesorgt…

Kurdt Vanderhoof: Wir lieben das alte Material und werden es immer spielen. Aber das gesamte Debüt-Album werden wir heute zum letzten Mal am Stück darbieten. Du erlebst also gleich etwas ganz Besonderes. Das war tolles Material, das jeder von uns immer noch gern spielt und immer spielen wird. Aber die Band hat sich nun einmal weiterentwickelt, musikalisch und persönlich sowieso.

Amusio: Werdet ihr nach dem Release von „Generation“ in Europa touren?

Kurdt Vanderhoof: (grinst) Es ist noch nichts geplant, aber wenn Ihr uns sehen wollt, werden wir uns nicht weigern.

Das Interview führte Thomas Mendle

Einen Vorgeschmack zu Generation Nothing (Veröffentlichung: 22. Oktober 2013) serviert Rat Pak Records schon jetzt auf Soundcloud:

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Über Thomas Mendle

Freier Journalist und Autor. Lebt nach Zwischenstationen in Tübingen, Phoenix/Arizona und Bonn in Düsseldorf und arbeitet für mehrere große Tageszeitungen sowie für die dpa. Rock, Hard Rock und Heavy Metal gehören ebenso zu seinen Spezialgebieten wie Auto und Motorrad.

Eine Antwort auf Die Power-Metal-Götter METAL CHURCH im Interview

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