Die Bestie In Menschengestalt

“Arschloch!” – Das Comeback der Ärzte vor zwanzig Jahren

Wir schreiben das Jahr 1993: Mütter, haltet euren Kindern die Ohren zu! Die Ärzte sind zurück! Fast auf den Tag genau 20 Jahre ist es her, dass die Ärzte mit dem Album Die Bestie in Menschengestalt den Deutschrockolymp wieder erschüttert haben und bis auf den zweiten Platz der Charts geklettert sind. Das Album hätte allerdings die Spitze der Charts verdient – neun Mal haben das die Ärzte mit anderen Alben geschafft, das letzte Mal vor gut zwei Wochen mit ihrem Live-Album „Live – Die Nacht der Dämonen“.

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Foto: Benedikt Dürner

Foto: Benedikt Dürner

Die Ärzte überholten damit Andrea Berg – das ist irgendwie bezeichnend für die Entwicklung dieser Band in den letzten 20 Jahren.

Doch gehen wir nun erst mal in der Musikgeschichte etwas zurück:
„Arschloch!“ – das Schlusswort des Refrains von „Schrei nach Liebe“ hallte damals durch alle Gassen. Das war ein Statement, wie die ganze Platte eine Stellungnahme für Revolution („Friedenspanzer“, „Kopfüber in die Hölle“) und Liebe („Für uns“, „Mach die Augen zu“), gegen Dummheit („Quark“) und Spießertum („Wenn es Abend wird“) war.

Foto: Benedikt Dürner

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Kein anderes Album der Ärzte danach hat es geschafft, ein derart breites Spektrum an Musik zu parodieren: „Fafafa“ nimmt den deutschen Hip-Hop auf die Schippe, „Wenn es Abend wird“ veralbert die volkstümliche Musik bis über die Grenze des guten Geschmacks hinaus, „Die Allerschürfste“ nimmt den Tango aufs Korn, „Deutschrockgirl“ parodiert – logisch – den Deutschrock und die Spitze von all dem ist, dass sich die Ärzte selbst parodieren: Mit „Claudia (Teil 95)“ lassen die Ärzte eine ihrer bekanntesten Protagonistinnen sterben.

Aber die Ärzte sind alt geworden. Den letzten Singles, allen voran „M & F“, fehlt die Bissigkeit und der Idealismus der früheren Jahre. Die „ärztliche“ Provokation hat sich schick für den Mainstream gemacht. Ich räume aber auch ein, dass es sich hier um Jammern auf höchstem Niveau handeln könnte. Denn live sind die Ärzte nach wie vor eine Institution …

Wie auch immer: ein Hoch auf die Ärzte und ihre Bestie in Menschengestalt! Ein großartiges Album feiert seinen zwanzigsten Geburtstag!

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2 Antworten auf “Arschloch!” – Das Comeback der Ärzte vor zwanzig Jahren

  1. Pingback: Jugendgefährdung: Frei.Wild distanzieren sich von alten Songs! – amusio.com

  2. Maggus sagt:

    Ein legendäres Album, noch heute Maßstab für den deutschen Punkrock. Leider muss ich den Autor zustimmen, die Ärzte nehmen mir heute zu viel Weichspüler. So kommst dann auch, dass man von Heino gecovert wird.

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