Review zur Episode Puttin' on the Ritz und fast jeder anderen Episode der Serie

Grey’s Anatomy bekommt graue Haare

Woran denkt man bei Krankenhäusern? Richtig, an kranke, alte Menschen, Tod und Medikamente. Von diesem genuin stimmigen Image losgelöst wird die dumme und nichtsdestotrotz sehr erfolgreiche Serie Grey’s Anatonmy in einem Script-Planschbecken aus seichter Oberflächlichkeit durch die mittlerweile zehnte (!) Staffel gezogen. Zwischen Makeup und Skalpellen bekommen die üblichen Problemzönchen der Protagonisten ihr Fett weg, der Zuschauer bekommt sein Hirn weg.

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Gottkomplex, Quelle: American Broadcasting Companies, Inc

Gottkomplex: Miranda Bailey, Quelle: American Broadcasting Companies, Inc

Ich habe mich drei Episoden lang gewehrt, überhaupt ein Wort darüber zu verlieren. Aber nach Puttin’ on the Ritz muss einfach mal laut gemacht werden, dass so viel geballte Ladung Hochglanzschrott in die Trashtonne gehört. Jede Episode kostet ein Vermögen, das sinnvollerweise vielleicht tatsächlich in das amerikanische Gesundheitssystem fließen könnte. Stattdessen schickt die unerträgliche Shonda Rhymes ihre Charaktere durch die unterträgliche Leichtigkeit des Gottkomplex-Daseins. Keinerlei Tiefsinnigkeit mehr in den abgelutschten Dialogen, keinerlei Schocktiefe mehr in den überzogenen Operationssequenzen und Beinbrüchen.

Was in den ersten zwei, drei Staffeln noch als innovativ funktioniert hat, baute sich im Laufe der Jahre zur ultimativen Kitschspirale aus und dümpelt nun in der eigenen Blasiertheit vor sich hin als wäre es GZSZ. Sieht hier alles nur ein bisschen teurer aus, und die Schauspieler werden mit Sicherheit besser bezahlt.

Puttin’ on the Ritz ist schwer verdaulich in seiner Belanglosigkeit: Dr. Ross z.B. will ein “Rockstar” sein und setzt für Ego und Prestige das Leben eines Patienten aufs Spiel. Geht zwar alles gut, aber statt Schelte bekommt er von dieser Roboterasiatin Elizabeth Chen ein heads up und wird als “Shark” geadelt.

And sharks don’t apologize!

Das ist also die Botschaft fürs Publikum: Selbstverwirklichung und Narzismus um jeden Preis. Die Metaebene dieser Drecksserie verarztet lediglich die kalten Herzen der Egomanen, und diesem Gottkomplex-Blödsinn muss endlich jemand Einhalt gebieten!

 

 

 

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Über Bowls Götzke

Bowls Götzke | Musiker, Schreiber, No-Budged-Filmemacher, Manager, Künstler, Motto: .sTyle ist nicht alles, aber ein Tyle davon.

Eine Antwort auf Grey’s Anatomy bekommt graue Haare

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