Schwul-lesbisches Filmfest

Homochrom geht in die dritte Runde

Bei seiner dritten Auflage bietet das schwul-lesbisch-bi-transsexuelle Festival in Köln (16. – 20. Oktober, Filmforum NRW) und Dortmund (24. – 27. Oktober, Schauburg) erneut eine hochkarätige Auswahl an Filmen, die alternative Lebens- und Beziehungsformen thematisieren. Nach wie vor erstaunlich bis empörend erscheint der Umstand, dass das Gros der auf dem Festival präsentierten Werke vermutlich keinen deutschen Verleiher finden wird – so sehr es qua Brisanz oder Unterhaltungswert ein großes Publikum verdient hätte. Da nützt es wenig, dass Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin NRW, die „Schirmfrauschaft“ übernommen hat.

Administriere bereits ab €0,- Deine Sprachschule!

Festival des guten (Film-) Geschmacks (homochrom)

Festival des guten (Film-) Geschmacks (homochrom)

Doch richten wir den Blick auf homochrom voller Zuversicht auf die Fülle an filmischen Highlights, die das Festival wie Perlen einer Kette aneinander reiht. Da wäre zum Beispiel der mit Spannung erwartete Eröffnungsfilm „Kill your Darlings“ mit Daniel Redcliffe (Harry Potter) als Allen Ginsberg, eine der Gallionsfiguren der Beatniks. William Burroughs (Ben Foster), Jack Kerouac (Jack Huston) und Lucien Carr (Dane DeHaan) sind auch mit von der Partie.

Auch vielversprechend: „First Period“, eine Coming-of-Age-Drag-Komödie um Cassie, einen weiblichen Teenager, der im Rahmen einer Party seine Grenzen erst auslotet, dann überschreitet. Und dies in bester John Waters-Tradition.

Noch ohne deutschen Verleih: First Period (homochrom)

Noch ohne deutschen Verleih: First Period (homochrom)

Deutlich ernster und auch düsterer geht es in dem Thriller „Truth“ (Regie Rob Moretti, mit Pornostar Lockhart in einer der Hauptrollen), dem mehrfach ausgezeichneten Drogen-Drama „Meth Head“ (Regie Jane Clark, mit dem u.a. aus „Inception“ bekannten Lukas Haas) oder dem Biopic „Codebreaker“ (Regie Clare Beavan und Nic Stacey) zu.

Im Rahmen des Festivals ist indes davon auszugehen, dass trotz der überwiegend „ernsten“ Themen, die Partylaune und die pure Lust auf gute Filme nicht zu kurz kommen werden. Dafür wird auch ein Rahmenprogramm sorgen, dass durch die Anwesenheit von Regisseuren, Produzenten und Schauspielern sowie einem illustren Kurzfilm-Programm veredelt wird. Neben des inhaltlichen Schwerpunktes sexueller Orientierung dürfte die Güte des Programms – so steht es zu hoffen – auch dazu führen, dass infolge von homochrom breitere Schichten von Kinogängern (oder TV-Zuschauern) in den Genuss der cineastisch relevanten Produktionen kommen.

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>