Der Klassiker des G-Funk

Rausgekramt: Snoop Doggy Dog “Doggystyle”

Ich weiß nicht, wann es war. Aber es müssen Jahre her sein, dass ich diese CD (ist mir jetzt peinlich, ich besitze sie nicht als Vinyl) das letzte Mal gehört habe. Kürzlich aber entdeckte ich sie in einem Stapel HipHop-CDs wieder: „Doggystyle“ von Snoop Doggy Dog. Sein Debüt-Album, produziert von Dr.Dre. Ein Meisterwerk. Das ist das Album immer noch. Es fällt mir leicht das zu behaupten, denn ich habe es heute nochmal gehört. Die George-Clinton-Samples, Beats, so fett wie eine Butterfabrik und Snoops lakonisch-lässiger Reimstil: mit diesem Album ist Snoop und Dre ein Meilenstein des G-Funk-Genres gelungen.

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G-Funk im Comic-Style: Snoops "Doogystyle". Photo: Universal

G-Funk im Comic-Style: Snoops “Doogystyle”. Photo: Universal

Es ist sogar noch epochaler als Dre’s geniales, zuvor erschienenes Solo-Album „The Chronic“. Nicht mal die Interludes, kurze Sprechpassagen, nerven wie sonst üblich bei Rap-Alben. Natürlich lässt sich trefflich streiten, ob Snoop hier unsäglichen sexistischen Quatsch über hos, homies und bitches ablässt. Wer sich allerdings auf politisch unkorrekte Ghetto-Ironie einlässt, kann sich in der „doggy dog world“ herrlich amüsieren.

Die Songs funktionieren wie ein Cartoon, der in Compton, L.A. spielt. In einer Welt voller irrer Charaktere, wollüstiger Hunde, kurvenreicher Bikinibräute, Drogenbarone und funkiger Gangster.

Der Soundtrack dazu ist allerbester Funk mit besonders tief gelegten Bässen, Zahnschmerz-erzeugenden Synthie-Gefiepse, viel Soul (von u.a. den Dramatics) und scharfzüngigen Raps von „Hundi-Hund“ himself. Mein Lieblings-Song: „GZ And Hustlaz“ mit kongenialem Sample von Bernard Wright’s Underground-Funk-Hit „Haboglabotribin”“.

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Über Bernd Schwope

Journalist, DJ und leidenschaftlicher Plattensammler, wohnt und arbeitet in Langenhagen bei Hannover. Seine Vorliebe gilt schwarzer Musik von Soul/Funk über Jazz bis zu Chicago House. Motto: Es gibt nur gute oder schlechte Musik.

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