Schwedische Singer-Songwriterin im Interview

Siri Svegler: „Das Lied will nicht mehr traurig sein“

Vor kurzem erst hat die Schwedin Siri Svegler ihr zweites Album „Lost & Found“ mit zwölf jazzig-poetischen Songs veröffentlicht. Seit 2009 das Debüt „Silent Viewer“ erschienen war, geht es für die 33-Jährige steil die Karriereleiter hinauf. Sie hat bereits mit Seal und Joe Cocker zusammengearbeitet, ihre Songs tauchen in US-Serien, Werbespots und großen deutschen Filmproduktionen auf. amusio.com erzählte Siri Svegler exklusiv von der Arbeit an ihrem aktuellen Album und ihrem geplanten Umweltprojekt „Middle Earth“, warum sie gerne ein Adler wäre und Berlin besser ist als London. Das Interview führte Kathrin Tschorn.

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"Am Ende des Tages nehmen wir nichts mit", erklärt Siri Svegler den Titel ihres Albums "Lost & Found" / Foto: Kristina Schippling

“Am Ende des Tages nehmen wir nichts mit”, erklärt Siri Svegler den Titel ihres Albums “Lost & Found” / Foto: Kristina Schippling

Drei Worte, die Siri Svegler charakterisieren.
Nachdenklich, leidenschaftlich und ein wenig schüchtern.

Dein aktuelles Album heißt „Lost & Found“ und darauf findet sich auch ein gleichnamiger Song. Was bedeutet dieser Titel für dich?
Es geht darum, dass wir nichts im Leben wirklich besitzen. Am Ende des Tages nehmen wir nichts mit ins Grab. Das ganze Leben ist ein Geben und Nehmen. Wir denken, wir finden etwas und dass wir es verlieren könnten, aber in Wirklichkeit gehört es uns gar nicht. Alles, was wir haben, sind Erfahrungen und was wir aus ihnen machen. Das ist das Herz der Lebensreise: die Dinge, die in unser Leben treten, und die Dinge, die wir loslassen müssen.

Dementsprechend sind deine Texte nachdenklich und philosophisch. Wo findest du die Ideen dafür?
Sehr oft passiert das in einem Moment der Stille. Es kann etwas ganz Einfaches sein, wie zum Beispiel ein Vogel, der zum Flug ansetzt. Und dieser kleine Moment erfüllt mich plötzlich so sehr mit Gefühlen, dass die erste Idee quasi aus dem Nichts kommt. Das ist der Kern und um den baue ich den Text herum. Wenn mein Herz offen ist, kommen immer wieder Ideen, aber ich muss dafür Stille finden.

Nachdenklich ist man ja meist auch nur, wenn man Ruhe hat.
Manche Lieder schreibt man aber auch, wenn man sich ärgert oder sehr traurig ist. Dann sind die Worte anders. Plötzlich spürt man ganz viel im Innern, was rauskommt.

Deine Musik zeichnet sich dadurch aus, dass du nostalgisch-traurige Texte mit leichten und beschwingten Melodien kombinierst. Wie ist es zu dieser Mischung gekommen?
Das passiert, wenn ich ein bisschen Distanz zum Ganzen kriege. Ich habe viele Lieder geschrieben, als es mir sehr schlecht ging. Setze ich mich später wieder daran, merke ich: Das Lied will nicht mehr traurig sein. Manchmal spricht ein Lied zu mir und dann entsteht diese Mischung aus nachdenklichem Text und fröhlicher Melodie ganz natürlich. Aber von mir gibt es auch traurige Lieder mit traurigen Texten. Ich versuche einfach, mich selbst nicht zu ernst zu nehmen.

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Über Kathrin Tschorn

Kathrin Tschorn | Freiberufliche Musikredakteurin und Lektorin, beheimatet in Berlin. Stets Musik aus den Bereichen Pop, Rock, Indie, Jazz sowie allem dazwischen auf den Ohren und eine Tastatur unter den Fingern.

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