Street Techno

Justice haben es damals vorgemacht mit dem Musikvideo zu Stress, das von Romain Gavras produziert wurde: Techno (im speziellen Fall von Justice: French House) mit der Straßenkultur zu hybridisieren. Es ist fraglich, inwieweit es für Techno überhaupt möglich ist an diesen Diskurs anzuknüpfen, gehört es doch mittlerweile eher zu einer Erfahrung der gebildeten middle class und nicht zur Seinswelt der Straße.

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Quelle: urban_data

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Meines Erachtens geht das nur über den dystopischen bis postapokalyptischen Charakter der Techno-Wurzeln. Das Ghetto als Ort des stückweisen Verfalls, als Ort, der im Spektakel des Kapitalismus nicht gezeigt und nicht gesehen wird. Man erinnere sich nur an die Mauern, die um die Slums im Zuge der Vorbereitungen zur brasilianischen Fußball-WM 2014 errichtet wurden, damit der gehobene Sporttourist das Elend verdrängen konnte bzw gar nicht erst damit konfrontiert wurde.

Street Techno muss also als dieser Ort, der nicht gesehen werden darf, gezeichnet werden. Einigen Erfolg hat dabei der Frankfurter Bobby Mohr, der erfolgreich die Ästhetik des Ghettos an den technoiden Sound angleicht:

Diese Welt der Underdogs und Dealer fügt dann auch ein wichtiges Puzzlestück in die Technokultur ein: Techno als Musik der lost generation, die sich trotz guter Ausbildung in ihren Hinterzimmern und Sozialbauten mit MDMA und Ketamin zudröhnen, um sich in einem beispiellosen Eskapismus aus dem bürgerlichen Elend herauszukatapultieren.

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Über Fabian Vallon

Seit 4 Jahren in Frankfurt wohnhaft, über den Punk zu Techno gekommen, immer ziellos in der Stadt unterwegs, produziert selbst unter dem alias quantities, Teil des Untergrunds, mag Slavoj Zizek und sammelt alte Spex-Ausgaben.

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