Maurizio Iacono im Interview

Kataklysm: Bis die Regierung wütend an der Haustür klingelt und mit Gen-Gemüse wirft

Keine zwei Tage sitzt Maurizio Iacono untätig Zuhause, dabei hätte er sich das als Sänger einer der erfolgreichsten Death-Metal-Bands der heutigen Zeit langsam mal verdient. Doch obwohl die Tour mit seiner epischen Zweitband Ex Deo gerade erst absolviert ist, rührt der sympathische Kanadier schon wieder die Werbetrommel für das neue Album “Waiting For The End To Come” der Hyperblast-Pioniere KATAKLYSM – und ist dabei keinesfalls mundfaul.

Findet also in unserem Interview heraus, was Maurizio liebt, hasst, warum ihn Gen-Gemüse gruselt und weshalb er der Mensch ist, an den ihr euch halten müsst, wenn in einem Monat die Apokalypse droht! Dieser Mann hat ein paar wirklich kluge Dinge zu sagen, also lasst euch nun kataklysieren:

Administriere bereits ab €0,- Deine Sprachschule!

Sieht die Welt, wie sie ist, aber will sein Leben nicht verplempern: Maurizio Iacono (Foto: Nuclear Blast)

Sieht die Welt, wie sie ist, aber will sein Leben nicht verplempern: Maurizio Iacono (Foto: Nuclear Blast)

Amusio: Mensch Maurizio, du kamst gerade erst von deiner Tour mit EX DEO, wie schaffst du es da, dich sofort wieder auf die Arbeit Kataklysm zu stürzen, brauchst du nicht auch mal Urlaub?

Maurizio: Nein, wir machen immer so viel, dass wir wahnsinnig werden, wenn ein halbes Jahr lang gar nichts in Planung ist. Ich hatte ehrlich gesagt auch nie erwartet, dass Ex Deo mal so groß werden würde, im Prinzip startete ich es damals nur als Abwechslung zu Kataklysm, aber plötzlich gab es riesiges Interesse an der Band und der Druck eine Welttournee zu machen, stieg immer mehr. Und als NILE uns dann einen Platz als Vorband anbot, dachten wir nur „Na klar, los geht’s“.
Einerseits war es großartig, andererseits bereue ich ein wenig, da die Promo für unser neues Kataklysm-Album deshalb ein wenig zu kurz kam und wir den Hype selbst etwas bremsten, da wir nur unterwegs waren und kaum Zeit hatten, mit der Presse zu sprechen.

Aber wie du schon sagst, wirst du ja fast zu deinem eigenen Konkurrenten, deine beiden Bands stechen sich ja momentan fast gegenseitig aus…

Lieber stehe ich in Konkurrenz mit mir selbst, als mit anderen (lacht) Es gibt eine gewisse Kontrolle und man kann ganz klar sagen „Gut, die kommenden zwei Jahre sind für Ex Deo, danach sind wieder 3 Jahre Kataklysm dran!“ – wobei Kataklysm natürlich nach wie vor mein Herzstück ist und auch mehr Zeit in Anspruch nimmt. Außerdem sind beide Bands musikalisch ja sehr verschieden.

Als du das erste Mal auf der Bühne standest, warst du noch ein minderjähriger Teenie. Wenn du heute daran zurück denkst, was waren die fatalsten Fehler, die dir damals unterlaufen sind?

Bei meinem ersten Auftritt habe ich mir in die Hose gepisst. Ich wäre vor Aufregung beinah gestorben und dachte bei den ersten zwei Songs ich müsse mich übergeben! Aber ich liebte die Bühne vom ersten Tag an und auch die Interaktion mit den Fans – bei meiner ersten Show waren vielleicht 60 Leute anwesend, aber plötzlich kam jemand mit einem Demo-Tape von uns zu mir und fragte, ob ich es signieren könne und ich dachte nur „Wie jetzt, signieren?!“ – ich sehe mich bis heute nicht als jemand Besonderen, der das Recht darauf hat, irgendetwas zu signieren. Aber wir gingen immer sehr unschuldig und selbstkritisch an unsere Musik heran und fassen es bis heute noch nicht, dass es Leute gibt, die uns gut finden und unterstützen.

Diese Wertschätzung der Fans ist ja etwas, das euch sehr auszeichnet. Ihr hört ja sogar auf ihre Ratschläge und Ideen! Du sagtest mal, dass ihr immer erst ein Album aufnehmt, wenn die Fans danach fragen und auf Youtube gibt es dieses großartige „Security Stress Test“-Video, bei dem ein Fan euch vorschlug, zu testen, was passiert, wenn ihr die ganze Menge zum Crowdsurfing aufruft!

Ja, die Fans diktieren alles! Ich wollte mich nie als etwas Wertvolleres ansehen und ich ertrage es auch nicht, wenn ich auf der Bühne stehe und sehe, wie unsere Fans von der Security schlecht behandelt werden. Deshalb fand ich die Idee mit dem Security Stress Test großartig, da bekamen die Fans endlich mal ihre Rache gegenüber der meckernden Security (lacht)

Kleine Lesepause gefällig, bevor’s auf Seite 2 weitergeht? Hier das phänomenale Video der Crowdsurfer-Attacke:

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!

Über Anne-Catherine Swallow

Geboren 1987 in Heidelberg, aufgewachsen in Paris, Diplom Kreatives Schreiben & Kulturjournalismus aus Hildesheim. Zu haben für alles, was laut, düster und böse ist.

Eine Antwort auf Kataklysm: Bis die Regierung wütend an der Haustür klingelt und mit Gen-Gemüse wirft

  1. Pingback: Kataklysm – Waiting For The End To Come: Vorsicht, herabstürzende Trümmer durch Blastbeats – amusio.com

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>