Anjas Abwasch

Hirnverwöhnt

Tja, so langsam komme ich in ein Alter wo ich mich ziemlich straff organisieren muss. Während man in Jugendjahren unendlich viele Informationen sammeln konnte, muss man inzwischen regelrecht aufpassen, dass auf der Wasserrutsche zwischen den grauen Zellen nicht irgendeine Information kläglich untergeht.
Andererseits ist das auch ein enormer Luxus. Endlich MUSS einen nichts mehr interessieren, was einen nicht interessiert. Ich finde die Einwohnerzahlen von Malaysia ziemlich unerheblich für mein Leben. Auch Quantenphysik muss mich nicht weiter kratzen – um Raumschiffpilotin zu werden, habe ich ohnehin zu schlechte Zähne.

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Quelle - Anjas Abwasch, FB Artwork: unknown Artist

Quelle – Anjas Abwasch, FB Artwork: unknown Artist

Die Anhäufung von Naturkatastrophen hingegen interessiert mich brennend, da kann ich stundenlang Arte gucken oder Geo lesen. Weniger weil ich mich als Naturschützerin verstehen will, sondern weil eine Apokalypse immer ein guter Aufhänger für einen Roman ist.
Na ja, ein paar alltäglich Gewohnheiten habe ich vor lauter Input schon geändert – das ist ein positiver Nebeneffekt. Seit ich die Energie- und Umweltbilanz einer einzigen Plastiktüte kenne, habe ich ganz spießig immer so ein Falttäschchen dabei. Muss einfach nicht sein.

Wenn es in der Schule um “Alles noch mal pauken” ging, war ich immer völlig entspannt. Vokabeln, Fachbegriffe, Zusammenhänge … meine Mutter fand es immer mordslangweilig mich abzuhören, was einmal saß, das blieb. Da war ich – sofern ich wirklich zugehört hatte, wovon der Lehrer erzählt – wie eine externe Festplatte auf der vosichtshalber erst mal alles abgelegt wird. Eigentlich! war ich auch immer der Meinung, dass Menschen zum Ausgleich ihrer Launenhaftigkeit ihren Verstand effektiv benutzen sollten – es gibt immer noch zu wenige, die das tun.

Ich habe mich eben schon wieder erwischt, wie ich irgendwas nachgoogle, das ich gestern schon nachgesehen hatte. Weil ich es schon wieder vergessen habe! Und das mir! Darum kam mir ein – für eine Online-Redakteurin – wirklich entsetzlicher Gedanke. Hat eventuell der verlorene Wille, alles zu behalten etwas mit dem Internet zu tun? Ihr wisst schon, so ähnlich wie der Orientierungssinn wirklich unter Navis leidet? Oh Gott, mein Hirn wird eine Sofakartoffel!!! Und Google ist schuld!

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Über Anja Thieme

Anja Thieme lebt in Ost-Westfalen/Lippe und arbeitet seit über 10 Jahren als freie Autorin und Journalistin. Mit der Arbeit für amusio.com verbindet sie ihre große Leidenschaft für Musik mit ihrem Beruf.

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