Review zur aktuellen Episode

Grey’s Anatomy – S10E06 – Map of You

“You’re not a mother – you know that.” - Yes, er hat es tatsächlich gesagt! Mr. Dreamy Patrick Dempsy pfeffert auf den letzten Metern der soliden GA-Episode Map of You seiner furchtbaren Frau das wunderbarste Kompliment der Erde in ihr verkalktes Gesicht, und sie bedankt sich – lies und staune! – mit “I love you” dafür.  Denn jetzt kann sie sich wieder ihrer Herzensangelegenheit widmen: Ihrem persönlichen Narzismus.

Administriere bereits ab €0,- Deine Sprachschule!

 

Gottkomplex: Alex Karev; Quelle: American-Broadcasting-Companies-Inc.jpg

Gottkomplex: Alex Karev; Quelle: American-Broadcasting-Companies-Inc.jpg

Was für ein Tritt in die Fresse! Meridith Grey nimmt die Wahrheit mit beängstigender Gelassenheit hin. Sie ist definitiv keine Mutter. Wow. Warum hat die nochmal gleich zwei Kinder? Richtig, damit sie die links liegen lassen und sich auf ihre Studie konzentrieren kann. Zurück ins Berufsleben mit all den Konsequenzen ihrer ekelhaften Egomanie. Im tatsächlichen Leben vor dem Bildschirm müssten die Bälger einem Leid tun. Die eigene Mutter verbringt ihren Tag lieber vor Recherchematerialien als Zeit mit dem von ihr und Dr. Shepherd so unbedarft vermengten Genmaterial.

Alex Karev beschäftigt sich parallel dazu mit seinem Vater, einem abgehalfterten Bluesmusiker, der aus den Fehlentscheidungen seiner Vergangenheit nichts gelernt zu haben scheint. Das führt zu Krieg an zwei Fronten, und an einer kämpft Josephine Wilson, die die Vaterfigur aus Alex’ Vergangenheit überhaupt erst wieder in dessen Leben geholt hat.

Map of You spielt mit dem Netzwerk Hirn als synaptisch übergreifende Metapher der Plots, verwurstet glue – Klebstoff – und zerbrochene Porzellanbecher (in rot) als ebenfalls metaphorische Bemühungen und kriegt am Ende natürlich die Kurve nicht. Der Faustschlag des Karmas trifft allenfalls noch Kristina Jeng, die einen Patienten vor dem Tod bewahrt, aber dafür eher groben Undank erfährt: Der Herztumorist verheizte im Hinblick auf sein bevorstehendes Ableben sein Vermögen und verschludete sich horrende. Ohne einen Toten zahlt die Lebensversicherung selbstredend nicht mehr.

Tja, auch schon mal irgendwo anders (und sogar besser) gehört, die Geschichte. Wichtig ist das Geplänkel um die Eltern-Kind-Tragödien-Thematik. Hier werden dem Zuschauer ganz deutlich die Folgen egoistischer Vater”liebe” auf den Tisch gepackt, aber die Superheldin des Serienuniversums, Meredith Grey, darf – heititeiti -ihre egoistische Mutter”liebe” voll ausreizen, ohne dass Script oder Musik dies in irgend einer Form als verwerflich kennzeichnen.

Map of You funktioniert gut, weil schnell geschrieben, schnell geschnitten. Die Nebenplots laufen sauber ineinander, und der Grundgedanke hat dieses Mal wesentlich mehr Tiefgang als beim letzten. Dennoch: Schundfernsehen erster Güte, weil überhaupt nichts bleibt. Nur Scherben einer Glitzerwelt. Besorgt euch Kleber, Leute!

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!

Über Bowls Götzke

Bowls Götzke | Musiker, Schreiber, No-Budged-Filmemacher, Manager, Künstler, Motto: .sTyle ist nicht alles, aber ein Tyle davon.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>