Kosmopolitischer Catwalk-Electro

Tristesse Contemporaine: “Stay Golden”

Sie haben ihr Hauptquartier in Paris aufgeschlagen. Und sie klingen wie eine dieser mega-interessanten Bands aus der alternativen French-Electro-Szene. Auch wenn sie sich einen französischen Bandnamen zugeschustert haben, stammen Tristesse Contemporaine aus allen Ecken der Erde, nur nicht aus Paris. Leo Hellden kommt aus Schweden, Michael Giffts ist Engländer und Narumi Omori stammt aus Japan. “Stay Golden” vereint sie in ihrer Liebe zu minimalen Electro-Klängen mit unterkühltem Pop-Appeal.

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Bleiben golden: Tristesse Contemporaines "Stay Golden" (Quelle: Record Makers)

Bleiben golden: Tristesse Contemporaines “Stay Golden”
(Quelle: Record Makers)

In “Stay Golden” geht es um die ewige Jugend. Die gibt es bekanntlich nicht, aber das Trio lässt sich davon nicht betrüben. Es wird der Moment ausgekostet, ein nihilistisches Carpe Diem angestimmt, ohne einen Gedanken an später zu verschwenden.

Die Songs sind Posen, ein reines sich selbst feiern – in allen Variationen. So klingt das supercoole “Going Out” nach Sonnenbrillen in der Nacht und maßgeschneiderten Anzügen, während das knapp zweieinhalbminütige “I Do What I Want” mit seiner trashigen Punk-Attitüde an Lederjacken und zerrissenen Jeans erinnert.

Kaum verwunderlich also, dass es einige Songs aus früheren Veröffentlichungen bereits auf den Catwalk geschafft haben, unter anderem sogar für Chanel. Tristesse Contemporaine sind aufregend unaufregend. Ihr Sound erinnert an die schummrigen Hi-NRG-Disco-Sachen der 80er Jahren, aber mit einem Krautrock-Spin. Das kann bei “Burning” auch schon mal ins psychedelische abdriften.

“Stay Golden” ist ein Album, das seine vollen Aromen erst in der Nacht entfaltet. Der leicht somnambule Gesang, gepaart mit minimaler, groovender Elektronik, mag zwar manchmal ins Nichts führen, bringt aber die Stimmung einer ganzen Generation zwischen Jugendwahn und adoleszenter Lässigkeit auf den Punkt.

VÖ: 25.10.2013 (Record Makers/Dirty)

Hier der Opener der CD: “Fire”

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Über Daniel Dreßler

Freier Musikjournalist und Radiomoderator aus München. Befürworter der alternativen im Allgemeinen und der elektronischen Klangkunst im Besonderen. Der Strom macht die Musik!

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