Die Alben deiner Pubertät!

Wenn mich die Nostalgie überfällt, blättere ich mich sehr gerne durch mein CD-Regal. Allerdings muss ich gestehen, dass mich so manches Album sehr wundert: Robbie Williams? Wie kommt der dahin? Und direkt neben ihm St. Anger von Metallica. Ganz wilde Sachen finden sich dort: Napalm Death steht rechts von Samy Deluxe und von der Terrorgruppe. Eins haben alle CD-Hüllen gemeinsam; sie sind mit einer dicken Staubschicht überzogen, wobei meine CD-Sammlung aussieht wie jede andere auch. Vielleicht fehlt bei reinlicheren Altersgenossen die Staubschicht auf den Plastikhüllen und bei wieder anderen ist jede CD gebrannt oder auf einer externen Festplatte digitalisiert worden.

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Aber eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind die Musik der Pubertät. Anlass genug eine kurze Musikgeschichte deiner Pubertät zu zeichnen.

Die Musik von Papa

Foto: CD Reflections by spcbrass

Foto: CD Reflections by spcbrass

Die meisten Musiksammlungen beginnen mit der Musik, die die Eltern mochten. Dazu gehören die Beatles, die Rolling Stones, Deep Purple, Black Sabbath, vielleicht auch Depeche Mode, the Prodgidy, Simon and Garfunkel, the Mamas and the Papas, Vicky Leandros oder Roy Black. In deiner Frühpubertät freust du dich über Papas Musik und liebst die Geschichten aus den goldenen 50ern. Wahrscheinlich waren es eher die goldenen 70er, aber so ganz blickst du da noch nicht durch. Auf jeden Fall muss es unglaublich lang her sein. Du übernimmst natürlich nicht alles von deinen Eltern; du bist grundsätzlich skeptisch. Eros Ramazzotti, den deine Eltern während ihrer venezianischen Flitterwochen gehört haben, fandest du schon immer seltsam. Und so entfernst du dich immer weiter vom elterlichen Musikgeschmack, bis du alle entliehenen Alben deinem Vater zurück gibst. Er merkt jedoch nicht, dass ein Album fehlt. Du hast es vergessen, es steht immer noch bei dir herum und wartet gefunden zu werden: Es ist ausgerechnet das Roberto-Blanco-Best-off-Album.

Der rebellische Bruder

Dein Bruder entdeckt die CD natürlich und lacht dich verletzend lang aus. Dann zeigt er dir zum Trost “richtige Musik”, frische, neue, rebellische Musik! Er dreht Rammstein auf, zeigt dir danach die indizierten Stücke der Ärzte und schließlich erklärt er dir lang und breit den Unterschied zwischen den Toten Hosen und den böhsen onkelz. Du bewunderst deinen Bruder, der einen Kurzvortrag darüber hält, warum man niemals Linikin Parkt oder Billy Talent hören darf.  Da du ein guter Zuhörer bist und eifrig lernst, was gute Musik ist, darfst du dir seinen Ton-Steine-Scherben-Silberling ausleihen.  Er schenkt dir schließlich Nevermind von Nirvana. Als Symbol wahrer, brüderlicher Freundschaft verstaubt diese CD nun heute in deinem Regal.

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Über Markus Lauert

Westfälischer Lehramtsstudent, der neben seinem Studium journalistische Erfahrungen sammelt. Aus dem Metal-Bereich kommend, unternimmt er immer wieder Reisen in fremde Musik-Genres. Wohl fühlt er sich ebenfalls mit Postrock, Folk und Filmmusik.

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