Zu Unrecht unbekannt

„Aims“: Evolution der Vienna Teng

Auf ihrem sechsten Studioalbum „Aims“ präsentiert sich die Singer-Songwriterin Vienna Teng in neuem Sound-Gewand. Ihren klassisch-ruhigen Musikstil durchbricht die 35-Jährige mit vordergründigeren Rhythmen und dem experimentellen Einsatz von Elementen anderer Genres. Das neue Album beweist einmal mehr, dass Vienna Teng vollkommen zu Unrecht immer noch bloß als Geheimtipp unter Singer-Songwriter-Fans firmiert und nicht schon längst in den CD-Regalen aller Liebhaber intimer Pop-Kompositionen dieser Welt zu finden ist.

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"Aims" von Vienna Teng ist seit dem 24. September 2013 erhältlich / Foto: Soltruna Music

“Aims” von Vienna Teng ist seit dem 24. September 2013 erhältlich / Foto: Soltruna Music

Vienna Teng, die eigentlich Cynthia Yih Shih heißt, hat ihren Künstlernamen als Hommage an die klassische Musik der Stadt Wien gewählt. Das wiederum gibt einen Hinweis auf die Musik, die sich hinter ihrem Namen verbirgt. Die in Kalifornien geborene Singer-Songwriterin beschreibt ihren Stil selbst als „Chamber Folk“, der aber von Elementen der Klassik, des Jazz, Pop und Americana durchzogen ist. Ihre Kompositionen sind allesamt anspruchsvoll und komplex, was vielleicht ein Grund ist, warum diese außergewöhnlich talentierte Künstlerin im Mainstream kaum Gehör findet.

Mit „Aims“ hat Vienna Teng nun ihr sechstes Album veröffentlicht, das in Deutschland – shame on you! – nur als Download erhältlich ist. Die Ziele sind hochgesteckt, denn mit dem neuen Werk verlässt sie ihre ursprüngliche musikalische Heimat in Stücken, wird poplastiger und streckenweise sogar tanzbar. Für einen Teil ihrer Fans war das ein Schock, der andere Teil sieht es als Evolution ihrer Musik. Und das ist es auch. Die elf Tracks auf „Aims“ sind kein Stemmen gegen den Sound der Vorgängeralben, sondern ein Weiterentwicklung in Reife und Tiefe. Nach wie vor sind die Inspirationen aus Klassik, Jazz und Folk deutlich spürbar, aber eben auch erweitert um andere Einflüsse.

Stiländerung mit Erfolg

Schon beim Song „Level Up“ hört man, dass Vienna Teng in eine neue Ära eingetreten ist. Deutlich poppiger, schneller und kraftvoller präsentiert sich der Opener und Leadtrack des Albums. Als Steigerung ist „Never Look Away“ dancelastig mit einem hervorstechenden 80er-Sound. „In The 99“ experimentiert hingegen musikalisch reduzierter mit Beat-Box-Rhythmen und Synthie-Elementen. Und „The Hymn Of Acxiom“ kommt dann sogar ganz ohne Musik aus.

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Über Kathrin Tschorn

Kathrin Tschorn | Freiberufliche Musikredakteurin und Lektorin, beheimatet in Berlin. Stets Musik aus den Bereichen Pop, Rock, Indie, Jazz sowie allem dazwischen auf den Ohren und eine Tastatur unter den Fingern.

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