Genie und Wahnsinn

Frankfurt / Fassbinder JETZT. Film und Videokunst im deutschen Filmmuseum

Pünktlich zu Halloween widmet das Frankfurter Filmmuseum seine Sonderausstellung dem Menschen und Phänomen Rainer Werner Fassbinder, dem Enfant-Terrible des „Neuen Deutschen Films“. Wer sich so richtig gruseln möchte ist hier richtig, denn die Liste der allgegenwärtigen Grausamkeiten ist lang und kaum einer, der so schonungslos, mit nahezu sadistischer Offenheit menschliche Abgründe aufbereiten konnte, um seinem Publikum das Fürchten zu lehren.

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FASSBINDER.JETZT (Quelle: deutsches-filminstitut.de)

FASSBINDER.JETZT
(Quelle: deutsches-filminstitut.de)

Fassbinder, der zu exzessiven Drogen-und Alkoholexzessen neigte, berüchtigt für seine cholerischen Anfälle war und allseits als Tyrann gefürchtet wurde, setzt den Fokus in seinen Werken vor allem auf die Ausgrenzung von Minderheiten, emotionale Ausbeutung in privaten Beziehungen und die Dysfunktion der Familie.

Trotz seiner kurzen Lebenszeit (1945-1982), hat Fassbinder mehr als 40 Filme gedreht und dabei ein festes Repertoire an Themen und deren ästhetischer Umsetzung entwickelt. „Jede Farbe ist genau überlegt, jedes Bild vorbereitet“, erklärt er – tatsächlich zeichnet sein Werk eine enorm verdichtete Beziehung zwischen Inhalt und Form aus und hat bis heute einen hohen Wiedererkennungswert.

In der Ausstellung sind Ausschnitte aus Fassbinders Filmen zu sehen, denen die Arbeiten zeitgenössischer Videokünstler vergleichend gegenübergestellt sind. Diese schließen thematisch und ästhetisch an Fassbinders Werk an; sie greifen einzelne Motive heraus, stellen Szenen aus seinen Filmen nach und übertragen seine Themen in die Gegenwart.

Die Ausstellung gewährt darüber hinaus Einblick in Fassbinders Schaffen und seine Persönlichkeit, sie gibt Aufschluss über seine künstlerische Haltung und Arbeitsweise: Ausschnitte aus Fernseh-Interviews sind zu sehen, Fotos von den Dreharbeiten sowie zahlreiche Originaldokumente aus dem Archiv der Rainer Werner Fassbinder Foundation Berlin, dem Kooperationspartner der Ausstellung. Das gesamte Filmmuseum ist als Ausstellungsraum genutzt: In beinahe allen Etagen sind Videos zu sehen, Fotos oder Dokumente ausgestellt. Im Kino des Filmmuseums vervollständigt eine umfangreiche Retrospektive mit Filmen Fassbinders, sowie von Regisseuren, die er beeinflusst hat, die Schau.

30.10.2013 – 1.06. 2014
Eintritt: 5,00€ / ermäßigt* 2,50€
Kinder unter 6 Jahren: freier Eintritt

Öffnungszeiten
Di. 10 – 18 Uhr / Mi. 10 – 20 Uhr / Do. – So. 10 – 18 Uhr
Deutsches Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main

info@deutsches-filminstitut.de

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