Wie Ulrich Deppendorf einem jungen Reporter Politik erklärt

Die Eloquenz des Chefredakteurs vom ARD-Hauptstadtstudio

Seit Mai 2007 ist Ulrich Deppendorf Studioleiter und Chefredakteur vom ARD-Hauptstadtstudio. Von einem Mann in einer solchen Position wird wohl gemeinhin nicht nur soziale und politische Kompetenz gefordert, sondern auch ein gewisses Mindesmaß an verbaler Ausdrucksfähigkeit. Deppendorf, das 63jährige Urgestein aus Essen, geistert wie ein netter Dinosaurier durch die TV-Szene, moderiert, interviewt und sagt in seinem eigenen Podcast Deppendorfs Woche wöchentlich einfach seine Meinung.

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Ulrich Deppendorf; Quelle: Ralf Roletschek / Own Work vom 20.09.2013

Ulrich Deppendorf; Quelle: Ralf Roletschek / Own Work vom 20.09.2013

In Folge 21 der Youtube-Kolumne Jung & Naiv – Politik für Desinteressierte wird Herr Deppendorf von Tilo Jung gefragt, wie er denn Politik verstehe. Die Antwort ist ein Meilenstein sprachlicher Verhunzung und erinnert stark an Edmund Stoibers beste Momente. Dabei schildert der knuffige Brummelbär mit den angegrauten Schläfen nur wenige Sekunden vor seinem Satzungetüm, dass der Podcast Deppendorfs Woche  das Thema Politik zielgruppenorientiert vereinfacht aufbereitet – was natürlich impliziert, er könne sich unterschiedlicher Sprachniveaus bedienen.

Problem allerdings: Die Zuschauer von Jung & Naiv – Politik für Desinteressierte sind jung, naiv und desinteressiert.

 

Deppendorfs Eloquenz ab Minute: 3:18

Reporter: „Wie verstehst du denn Politik?“

Ulrich Deppendorf: „Ich versteh Politik als… äh… die Lösung von und Streit, um Fragen, die das menschliche Zusammenleben in einem Staat – auch in einer Staatengemeinschaft meinetwegen wie Europa – beeinflussen, leregeln, diskutieren soll und auch muss, um dann letzten Endes zur Entscheidung zu kommen, die vielleicht für Vielzahl von Menschen richtig und gut sind, aber da es ja verschiedene Parteien gibt, da es verschiedene Richtungen gibt, ist das n Wettkampf auch von Ideen, und das find ich das Wichtigste, ohne dass da einer dann eines Tages da steht und sagt: Das ist nun eigentlich meine Idee und alle anderen haben mir zu folgen! – Das hatten wir schon mal.”

Ist vielleicht einer von euch jung, naiv und desinteressiert, hat aber trotzdem verstanden, was Ulrich Deppendorf nun unter Politik versteht? Im Grunde hat er nämlich mit vielen Wörtern nichts gesagt. Was aber sagt das wiederum über seine Kompetenz als Chefredakteur vom ARD-Hauptstadtstudio? Richtig! Und über öffentlich-rechtliches TV-Programm? Exakt:

Dass GEZ-Gebühren ganz dringend abgeschafft werden müssen!

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Bowls Götzke | Musiker, Schreiber, No-Budged-Filmemacher, Manager, Künstler, Motto: .sTyle ist nicht alles, aber ein Tyle davon.

5 Antworten auf Die Eloquenz des Chefredakteurs vom ARD-Hauptstadtstudio

  1. Pingback: Merkels Diensthandy, ihr Wort und die Kompromissfassung – amusio.com

  2. Das finde ich ziemlich polemisch, Nina.

    Es geht mir um die Kompetenz eines aus öffentlich-rechtlichen Geldern finanzierten Informationsaufbereiters, der nicht in der Lage ist, sich vernünftig zu strukturieren. In einer Gesellschaft, die sich mit Leistungsdruck hochpusht, wo Zertifikate die Schlüssel für Träume sein sollen, wo Sachwissen und Diploma über den Wert eines Menschen entscheiden… in einer solchen Gesellschaft sitzen an der Spitze die dümmsten Idioten, Idioten, die politische und/oder mediale Macht besitzen und eben diese Gesellschaft mitformen. Ich will eine Gesellschaft, in der einem die Wahrheit gesagt wird, aber der NSA-Skandal zeigt uns ja einmal mehr, wie es darum bestellt ist. Dieser Deppendorf trägt zur Wahrheitsfindung jedenfalls nicht bei (sieh dir den Podcast “Deppendorfs Woche” an), weil er nicht einmal in der Lage ist, einen Sachverhalt sinnig-verständlich zu erklären. Deshalb will ich den auch nicht mitfinanzieren, sondern mein Geld lieber den Menschen geben, die es wirklich verdient haben.

  3. Nina sagt:

    Also, ich finde diese Antwort doch recht verständlich.
    Wie würdest Du denn erklären was Politik ist in einem Satz?
    Außerdem: Selbst wenn es Kritik an einem Satz in einem über 10 Minuten langen Interviews geben sollte (deren Aufgabe – also den Interviews von Jung&Naiv – ich auch immer darin gesehen habe, komplexere Zusammenhänge diskutieren zu wollen), ist es völliger Unsinn, daraus die Abschaffung des Rundfunkbeitrags zu fordern. Ich fordere doch auch nicht nach einem misratenen Torversuch den Rücktritt eines Fußballers.
    Die hier geäußerte Kritik ist meiner Meinung nach sogar eine der großen Ursachen von Politikverdrossenheit (gegen die Jung& Naiv meines Wissens auch vorgehen wollte): das kleinste Äußerungen von Politikern -und hier auch von Journalisten- hochgezogen und auf die Goldwage gelegt und skandalisiert wird. Das macht mich verdrossen! Freut euch, dass so viele Menschen und Profis zu den Jung& Naiv Interviews bereit sind und verderbt es ihnen nicht.

  4. Er wollte also sagen: “Politik ist ein Wettkampf von Ideen”, richtig?

    1. Warum sagt der das nicht einfach genau so?
    2. Abgesehen davon wäre die Antwort dann auch noch unzulänglich.

    Marktwirtschaft ist Wettkampf von Ideen, Politik ist die Koordination derselben.

    Im Übrigen spielt das Alter keine Rolle. Ich kenne 63jährige Menschen, die bei Weitem bessere Sätze bauen als dieser CHEFREDAKTEUR VOM ARD-HAUPTSTADTSTUDIO!!!

    cheers.

  5. christopher sagt:

    hey,

    ich verstehen diese Kritik nicht so richtig. Ja, Deppendorf wirkt umständlich, ja und? Der Mann ist 63 und hat sein L leben mit Standard-Polit-Sprache hantiert. Und was er sagen wollte? Das steht im zweiten Satz.

    “Aber da es ja verschiedene Parteien gibt, da es verschiedene Richtungen gibt, ist das n Wettkampf auch von Ideen, und das find ich das Wichtigste.”

    Ich bin jung und naiv, aber das hindert mich nicht daran aneinandergereihte Hauptsätze zu verstehen.

    Cheers

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