Berlioz-Festspiele des Mariinski Theater St. Petersburg

Hector Berlioz’ Les Troyens im Wiener Konzerthaus

Die konzertanten Opernaufführungen im Wiener Konzerthaus sind als Geheimtipp längst bekannt, und wenn wie am vergangenen Samstag eine solche im Zusammenhang mit dem Gastspiel des Mariinski Theaters St. Peterburg stattfindet, so sind die Erwartung noch einmal so hoch. Um dem Ganzen nun noch die Krone aufzusetzen, wurde mit der Oper Les Troyens ein Werk gegeben, welchem mehr als nur ein Ruf vorauseilt.

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Fassade des Wiener Konzerthauses (c) Herbert Schwingenschlögl

Fassade des Wiener Konzerthauses (c) Herbert Schwingenschlögl

Hector Berlioz’ Les Troyens (Die Trojaner) werden zu Recht als ein Mammut-Werk bezeichnet, das große Herausforderungen an alle Mitwirkenden, wie aber auch die Zuhörenden stellt. Dies lässt sich nicht nur an der Vielzahl der geforderten Solisten, an der Größe des Chores, sondern auch an der Spieldauer von fast fünf Stunden ablesen. Doch hier gilt, und das im Besonderen für den Abend des vergangenen Samstages, das es sich lohnt diese Stunden durchzuhalten. Es ist sogar regelrecht so, dass Berlioz’ selbstverfasster Text und dessen beeindruckend und fesselnd komponierte Musik dazu verführen, die außerordentliche Dauer des Werkes zu vergessen.

Das übrige hierzu tat die stupende Ausführung des Werkes durch Mitglieder des Ensembles, den um die Wiener Singakademie (Einstudierung: Heinz Ferlesch) verstärkten Chor (Einstudierung: Andrey Petrenko) und das Orchesters des Mariinski Theater St. Petersburg unter der Leitung von Valery Gergiev.

Einen besonders tiefen Eindruck hinterließ dabei die Ekaterina Semenchuk mit ihrer blutvollen Interpretation der Didon, bei der sie ihren kraftvollen, wie auch zu lyrischem Ausdruck fähigen Mezzosopran glanzvoll nutzen konnte. Nicht minder beeindruckend der Auftritt ihres heldenhaften Liebhabers und Troja-Flüchtlings Énée, der vom heldisch-hellen Tenor Sergey Semishkur gegeben wurde. Den ersten Teil der Oper hingegen dominierte die Sopranistin Mlada Khudoley als bereitwillig und kraftvoll in den Tod gehende Cassandre. Aus den weiteren Solistenleistungen sind auch der leider zu kurze Auftritt des Bariton Alexei Markov als Chorèbe, die Anna von Mezzosopranistin Zlata Bulycheva und der Narbal von Eduard Tsanga hervorzuheben.

Viel Applaus und Jubel am Ende eines großen Opernabends.

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