Say hello to the undertaker

Winds of Plague – Resistance: Deathcore im Schafspelz?

Okay okay, ich gebe zu, auch heute war mein erster Gedanke wieder einmal „Verdammt, wer in der virtuellen Redaktion den schlechtesten Kaffee kocht, kriegt das Deathcore Album aufgebrummt“, doch so schlimm ist es gar nicht, in beiderlei Hinsicht: Weder meine Künste im Energiesaftköcheln, noch die neue Scheibe von Wind Of Plague zwingen Normalsterbliche zum Davonrennen.

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"Resistance" erscheint am 4.November! (Quelle: Century Media Records)

“Resistance” erscheint am 4.November! (Quelle: Century Media Records)

Auch wenn der erste Track „Open The Gates“ zuerst stilistisch in die Irre führt…. Ein symphonisches Intro wiegt den Hörer in trügerischer Sicherheit und auch als Sänger Johnny Plague dann plötzlich seinen ersten Growl loslässt, tippt man noch eher auf ein episches, vielleicht ein bisschen moderneres Black Metal Erlebnis, erst im Laufe der 34-minütigen Scheibe überkommt einem die plötzliche Erkenntnis „Huch, da hat mir tatsächlich einer Deathcore untergeschmuggelt!“.
Denn auch „Say Hello To The Undertaker“ bleibt mit seinen nach wie vor recht dominanten Synthieparts und weniger herumklatschenden Gitarrenriffs sofort im Kopf und verhindert, dass man Füße und Nackenmuskulatur stillhalten kann.

Bei fortschreitendem Öhrchenleih an „Resistance“ treiben die Südkalifornier es dann jedoch wesentlich heftiger, „Sewer Mouth“ oder „United Through Hatred“ bringen leichte Machine Head Bildchen in den Kopf, zwirbeln sich nach dem dritten Hördurchgang aber auch langsam zum Ohrwurm zusammen.
Sicher steht trotzdem fest: Für Liebhaber der klassischeren Metalgenres sind Winds of Plague (unter anderem wohl auch wegen den etwas hohlen Texten) nichts, Fans von Suicide Silence und Co hingegen werden garantiert ihre wahre Freude an der Scheibe haben, nicht zuletzt schon, weil die Band auf ihrem letzten Album auch ein Gastplätzchen für den vor einem Jahr verstorbenen Mitch Lucker übrig hatten. Möge er die „Gates of Hell“ für seine irdischen Freunde offen halten.

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Über Anne-Catherine Swallow

Geboren 1987 in Heidelberg, aufgewachsen in Paris, Diplom Kreatives Schreiben & Kulturjournalismus aus Hildesheim. Zu haben für alles, was laut, düster und böse ist.

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