D.I.Y.-Konzert in Ostbayern:

Die Macher des WinterVOID in Regensburg

Stoner- und Krautrock ist am 29. November in Regensburg angesagt. „Camera“ aus Berlin und die Krautrockgrößen „Naam“ treffen sich mit den Hardcore-Lokalmatadoren „Fire walk with me!“ im Regensburger W1. Der Ableger der Do-it-Yourself-Konzertreihe VOID-Fest nennt sich WinterVOID und ist auch ohne kommerzielle Hilfe auf die Beine gestellt. Los geht der Abend am 29. ab 19:00 Uhr (Einlass 18:00 Uhr) im Regensburger Jugendzentrum W1. Die Karte im Vorverkauf zu holen ist dringend angeraten. Wir haben uns mit einem der Organisatoren, Stefan Heyn, unterhalten:

Administriere bereits ab €0,- Deine Sprachschule!

Im W1 in Regensburg steigt das WinterVOID. Foto: Stefan Christoph.

Im W1 in Regensburg steigt das WinterVOID. Foto: Stefan Christoph.

Was ist VOID eigentlich? Wofür steht der Begriff?

Klar, der Name ist ein Wortspiel: Eigentlich kommt er aus dem Song „Into the Void“ von Black Sabbath. Zum Einen ist er aber angelehnt an den Bayerischen „Woid“ [Anm. des Autors: bayerisch für den „Wald“], zum anderen steht im Wort die Bedeutung „Leere“ die gefüllt werden soll.

Unser Verein ist eine Gruppe junger Leute, vornehmlich aus dem Landkreis Cham. Wir sehen uns als Kulturförderer und wollen in erster Linie Spaß haben. Weil wir das in erster Linie idealistisch betrachten, möchten wir auch kein Geld damit verdienen und sehen uns als uneigennützig. Wir wollten so etwas wie das Organisieren eines Konzertes mal versuchen und haben am ersten VOID ganz klein angefangen. Es hat damals in Strömen geregnet. Wir hatten 4 Bands und lange Jameinlagen. Und es waren circa hundert Leute da. Dann wollten wirs wirklich wissen und haben das Ganze dieses Jahr mit 900 Besuchern ein Wochenende lang auf die Beine gestellt.

Warum braucht es sowas in Cham und in Regensburg?

Leider müssen sich die jungen Leute hier selber um ihre Musik kümmern. In Regensburg gibt es auch eine ganze Szene, die auf diese Musik steht. Und wir sind junge Idealisten; wir machen das auf einer ganz anderen Berechnungsgrundlage wie ein kommerzieller Veranstalter. Gerade bei hohen Mieten soll Kultur sowohl gut als auch bezahlbar sein. Wir machen das so, dass weder Künstler noch Besucher zu kurz kommen.

Dahinter steckt also auch ein wenig der Do-it-yourself-Gedanke. Ist es der, der VOID auch von anderen Veranstaltungen unterscheidet? Oder anders gefragt: Was macht VOID aus?

Wir sind D.I.Y, definitiv! Bei uns arbeiten alle – Künstler, Booker, Helfer, Orgas – zeitintensiv und für lau. Wir versuchen auch, auf alle einzugehen: Wir haben beispielsweise veganes Essen als kleinster gemeinsamer Nenner, auf den alle sich so einigen können. Unsere Festivalshirts sind fairtrade und selbstbedruckt. Genauso wie die Eintrittskarten, Deko, Trailer, Foto usw. alle selbstgemacht sind.

Wir versuchen immer, die Musik noch mit anderer Kunst zu verbinden. Wir hatten schon Fotoausstellungen, Kunstausstellungen, Live-Portrait-Künstler und viel mehr. Jedes unserer Plakate wird von Hand gezeichnet. Und den Kartenverkauf haben wir nicht an irgendwelche Portale abgetreten, sondern das betreue ich nebenher.

Und musikalisch? Es ist ja schon „etwas anderes“. Wäre es zu kurz gegriffen, das unter dem Label Krautrock oder Stoner zusammen zu fassen?

Also irgendwie hast du damit schon Recht. Auch wenn „Fire Walk with me!“ jetzt nicht wirklich in dieses Label passen. Es gibt irgendwie kein Wort für die Musik die wir machen!

Aber für das WinterVOID passen Stoner und Krautrock wohl am besten als Begriffe-

Wie habt ihr die Bands eigentlich ausgesucht?

Camera standen eigentlich schon fest: Die hätten eigentlich beim VOID-Fest schon dabei sein sollen. Das hat leider nicht geklappt, daher kommen sie jetzt zum WinterVOID. Naam passen musikalisch super zu Camera. Außerdem haben die New Yorker bei uns angefragt, ob sie spielen können. Da kann man schlecht nein sagen, auch wenn sich mindestens tausend andere Bands auch bei uns beworben hatten. Die Entscheidung ist wirklich immer schwer und führt bei uns auch regelmäßig zu Streitgesprächen.. *lacht*

Jetzt ein wenig mehr zum WinterVOID selbst? Was steht für euch jetzt in den nächsten zwei Wochen noch an?

Karten verkaufen, die Überraschung vorbereiten.. sonst ist eigentlich alles schon erledigt. Wir liegen gut in der Zeit.

Wo wir bei der Überraschung sind.. Was wird das denn werden?

hm… Spannung, Spaß und Schokolade

Was erwartet ihr denn für den Abend? Also an Stimmung und auch an Leuten? Das W1 ist ja doch nicht allzu groß.

Das ist eine exklusive Show. Wir erhoffen uns eine rappelvolle Bude und dass die Stimmung grandios wird. Nicht zuletzt auch wegen der Überraschung. Da das W1 schnuckelig klein ist, wird die Atmosphäre auch sehr familiär sein. So ist das von uns auch geplant.

Sind die Karten denn begrenzt, bzw. gibts überhaupt ne Abendkasse?

Jep. die Karten sind auf 120 begrenzt. Die Hälfte ist bis jetzt schon im Vorverkauft rausgegangen. Wenn bis zum 29. alles ausverkauft ist, wird es auch keine Abendkasse mehr geben. Wer also kommen möchte, sollte sich beeilen und Karten vorbestellen.

Was ist dir noch wichtig? Bei wem möchtest du dich noch bedanken?

Wir möchten uns mit der Show gerne auch bei allen bedanken, die auf dem VOID-Fest waren.

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!

Über Stefan Christoph

Stefan Christoph | Stefan Christoph ist im bürgerlichen Leben tagsüber Politikwissenschaftler. Nachts legt er jedoch sein dunkles Cape an und wird zum Musikredakteur, Texter und Grafiker.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>