Keynote

Kathartisches Amateurtum und hipper Starruhm: Die YouTube Awards

Was macht YouTube tatsächlich aus? Niedliche Miaumiaumia-Kätzchenvideos, dokumentierte Pannen, lehrreiche Make-up Tutorials oder doch neue Musikvideos, kreative Coverversionen und coole Newcomer? Das skurril bunte Potpourri, was gestern Abend in New York bei den ersten YouTube Awards gezeigt wurde, repräsentiert das Chaos und Durcheinander, aber zugleich auch den Ideenreichtum und die Möglichkeiten, der erfolgreichen Internetplattform.

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 (Quelle: Flickr/Pop Tech)

Komiker Reggie Watts
(Quelle: Flickr/Pop Tech)

Da gibt es Künstler, die die Seite nutzen, um neue Videos zu präsentieren, Trends zu setzen und Promotion zu machen. Und dann gibt YouTube ja auch allen Amateuren und Halbprofessionellen die Chance groß rauszukommen, eigene Projekte und Ideen zu verwirklichen. Nach dieser Mischung muss die Luft in der New Yorker Halle gestern Abend gerochen haben.

Die Moderatoren, Schauspieler Jason Schwartzman und Komiker Reggie Watts hatten mit weinenden Babys, Torten, einer Menge Holi-Pulver, Kunstblut und rutschigen Böden zu kämpfen – kurzgesagt, allem was YouTube, neben der Musik, ausmacht.

Wenigstens waren in den Kategorien die Preisträger, wenn auch nicht allesamt anwesend, gestandene Musiker. Das hätte eigentlich ein hammer Abend werden können mit der Idee Live-Musikvideos, unter anderem von M.I.A., Avicii, Eminem und Arcade Fire, in einem Take direkt vor Ort zu drehen. Diese waren wirklich absolut frische Highlights.

Denn die Zwischensequenzen der Moderatoren erinnerten eher an Wetten dass..?, mit Fremdschäm-Potential alla Ich-knack-Nüsse-mit-meinem-Hintern-Markus Lanz, als an eine Award Show. YouTube ist halt was es ist. Allerdings eeetwas mehr Planung wäre doch ratsam gewesen, dann hätten die zwei Gastgeber auch nicht so hilflos gewirkt. Nein, Impro ist nicht alles! Auch nicht bei YouTube.

Das Konzept ist also nur halb aufgegangen, denn zeitweise fragte der Zuschauer sich, was Sinn und Zweck des Spektakels war, außer eine riesige Sauerei auf der Bühne zu veranstalten. Sollte das alles irgendwie kathartisch wirken?

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Über Emilia Gallas

Musikliebhaberin, Literaturwissenschaftlerin, freiberufliche Journalistin und Musikredakteurin aus Bremen. Elektronische Sounds sind ihr willkommen, alle anderen aber auch.

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