Kasseler Musiktage

Bezaubernde Liedwelten im Kulturbahnhof

Eine bezaubernde (Wieder-) Entdeckung konnten die Zuhörerinnen und Zuhörer gestern Abend beim Konzert der Sopranistinnen Felicitas Erb und Judith Erb machen. Gemeinsam mit der Pianistin Doriana Tcharkarova brachten sie Lieder und Duette von Louis Spohr, Robert Schumann, Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms und Antonin Dvořák auf wundervoll leichte und doch musikalisch intensive Weise zum Klingen.

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Louis Spohr: Stahlstich nach einem Porträt von Johann Roux, 1838 (Quelle: Wikimedia Commons)

Louis Spohr: Stahlstich nach einem Porträt von Johann Roux, 1838 (Quelle: Wikimedia Commons)

Dabei zeigte sich eindrucksvoll, dass das lange unterschätzte und in Vergessenheit geratene Liedschaffen Louis Spohrs durchaus neben dem seiner Zeitgenossen bestehen kann und in der Lage ist, einem Liederabend eine ganz besondere Note zu verleihen. Solche Wiederentdeckungen sind das erklärte Ziel der Konzertreihe „Spohr und die Anderen“, die im Rahmen der Kassler Musiktage als Kooperationsprojekt vom Konzertverein Kassel, der Internationalen Louis Spohr Gesellschaft und den Kasseler Musiktagen veranstaltet wird.

Möglich wurde diese Wiederentdeckung aber auch durch die kürzlich erschienene Louis Spohr Lied Edition, mit der Susan Owen-Leinert und Michael Leinert als Herausgeber Spohrs Lieder erstmals wieder einer breiten Öffentlichkeit in modernen und wissenschaftlich edierten Notenausgaben zugänglich gemacht haben.

Auf faszinierende Weise erlebbar wurden die Lieder und Duette aber vor allem durch die meisterhaften Interpretationen von Felicitas und Judith Erb. Mit ihren klaren, schönen und schlanken Sopranen verliehen sie nicht nur Spohrs Liedern eine wundervolle, filigrane Duftigkeit, die das Kasseler Publikum beglückte. Besonders in Johannes Brahms’ Duett „Die Schwestern“ wussten sie zu bezaubern und spielten charmant mit der Analogie zwischen den im Lied thematisierten Schwestern und ihrer eigenen Rolle als musizierendes Geschwisterpaar.

Als geradezu vorbildliche Liedbegleiterin erwies sich dabei auch die Pianistin Doriana Tcharkarova, die sich mit ihrem nuancierten, souveränen und musikalisch ebenso intelligenten wie gefühlvollen Spiel niemals in den Vordergrund drängte und damit entscheidend dazu beitrug, dass die Lieder dieses gelungenen Konzertabends zu feingeschliffenen Edelsteinen der Liedkunst gerieten.

Wer jetzt bereut, nicht dabei gewesen zu sein, oder sich weiter in die Liederwelten Spohrs versenken möchte, kann dies mittels der CD „Louis Spohr, Lieder vol. 1“ tun, die das bezaubernde Trio 2012 für das Label Ars Produktion eingespielt hat.

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