Säulenheiliger der Kasseler Musikgeschichte

Ernst Kreneks Oratorium bei den Kasseler Musiktagen

Nicht nur für Freunde der Kasseler Musikgeschichte bieten die Kasseler Musiktage am Samstag, den 9. November, um 20 Uhr in der Martinskirche einen weiteren Höhepunkt des diesjährigen Programms. Unter der Leitung von Eckhard Manz wird das Vocalensemble Kassel gemeinsam mit dem Ensemble Studio musikFabrik Ernst Kreneks Oratorium „Symeon der Stylit“ aufführen.

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Die Martinskirche in Kassel (Foto: Rüdiger Wölk, Münster, Quelle: Wikimedia Commons)

Die Martinskirche in Kassel (Foto: Rüdiger Wölk, Münster, Quelle: Wikimedia Commons)

Krenek war von 1925 bis 1927 Assistent des Intendanten Paul Bekker am Kasseler Theater. Hier lernte er die Theaterarbeit intensiv kennen und komponierte mit der Jazz-Oper „Jonny spielt auf“ seinen größten Erfolg. Allerdings konnte er diesen Erfolg nicht lange genießen, denn seine Musik wurde von den Nazis als „entartet“ eingestuft und Krenek musste 1938 in die USA emigrieren.

Kurz davor komponierte er 1935/36 den ersten Teil des Oratoriums „Symeon der Stylit“, in dem er die Geschichte des Heiligen Symeon verarbeitet. Krenek sah in der Situation des Säulenheiligen, der im 5. Jahrhundert nach Christus 37 Jahre auf einer Säule stehend verbracht haben soll, Parallelen zu seiner eigenen Position als moderner Komponist im Nazideutschland.

Das Publikum darf sich auf ein spannendes und ergreifendes musikalisches Ereignis freuen. Dieses wird abgerundet durch die Aufführung eines Meilensteins der Kammermusik im 20. Jahrhundert, Olivier Messiaens 1940/41 komponierten „Quatuor de la fin du temps“. Dieses eindrucksvolle Werk wird von Katalin Hercegh, Violine, Stephan Hülsermann, Klarinette, Wolfram Geiss, Violoncello und Hellmuth Vivell am Klavier interpretiert werden.

Um 17 Uhr findet im Haus an St. Martin ein Symposium mit Karl Pinggéra und Michael Töpel statt, das in Kreneks Oratorium einführt.

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