Zum Tanzen traurig

Mooryc: “Roofs”

“Open It” lautet der erste Track auf dem Debütalbum “Roofs” von Mooryc. Eine Aufforderung an den Hörer, die Songs des Wahl-Berliners Maurycy Zimmermann zu hören? Oder als Rezipient sich den traurig-schönen Melodien des ersten Tracks hinzugeben, zu öffnen? Oder steht der Titel als Synonym für den wundersamen Klangkosmos des gebürtigen Mannes aus Poznań, den es zu öffnen, zu erschließen gilt? Wie dem auch sei: “Roofs” ist ein wunderbare Ode an die Melancholie, elektronisch aufbereitet.

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Tolle Songs, tolle Sounds, toll, toll, toll: "Roofs" von Mooryc (Quelle: Freude am Tanzen)

Tolle Songs, tolle Sounds, toll, toll, toll: “Roofs” von Mooryc
(Quelle: Freude am Tanzen)

In der Szene ist der Mann kein unbeschriebenes Blatt mehr und wird als einer der heißen Newcomer gehandelt. Mit seinem Erstling übertrifft er die Erwartungen um ein Vielfaches. Sein ausgeklügelter Sinn für hymnisch-traurige Melodien werden in jedem seiner Stücke hörbar. Dabei darf es wie bei “Jupiter” und “Powerless” auch rhythmusbetonter zugehen.

Seine großen Momente feiert Maurycy allerdings dann, wenn er zu gemäßigtem Tempo breite Klangteppiche webt, die wie ein warmer Wasserfall auf den Hörer niederregnen. Bereits bei “Bless Me” geschieht dies auf eine völlig unaufgeregte und doch erhabene Art und Weise. Die introvertierte, melancholische Stimme Maurycys fügt sich dabei nahtlos in seine pastellfarbenen Sounds ein.

Sollte sich der eine oder andere dabei ertappen, wie er zu dieser Musik wippt, so sei ihm das verziehen. Denn eigentlich ist das, was Mooryc da machen, zum Tanzen zu schön, zum kontemplativen Lauschen aber zu fordernd. Diese Spannung jedoch macht “Roofs” aus und wird vor allem in den kommenden, kalten Monaten seine Wirkung voll entfalten. Mit einem Wort: Wunderbar kuschelig!

VÖ: 08.11.2013 (Freude am Tanzen/Rough Trade)

Einen schönen Eindruck von Moorycs Klangverständnis bietet “Jupiter”

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Über Daniel Dreßler

Freier Musikjournalist und Radiomoderator aus München. Befürworter der alternativen im Allgemeinen und der elektronischen Klangkunst im Besonderen. Der Strom macht die Musik!

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