Grober Überblick über das Serienpotenzial von The Blacklist nach den ersten sechs Episoden

James Spader hat die schwarze Liste, NBC steht drauf

Erinnert sich noch jemand an James Spader, den charismatischen Sonnyboy aus Steven Soderberghs Sex, Lügen und Video? Das war 1989. Zu jener Zeit ein unbeschriebenes Blatt auf Hollywoods Handelsrolle, aber ein starkes, spielte er 1994 in Roland Emmerichs Stargate und von 2004 – 2008 in der überkandidelten Justizserie Boston Legal. Nach deren Ableben übernimmt er 2013 eine Serienhauptrolle, die prinzipiell ähnlich angelegt ist, wenngleich der Kontext sich ernster zu nehmen scheint.

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"Halt dich fest - hier kommt die schwarze Liste!" Quelle: Will Hart

“Halt dich fest – hier kommt die schwarze Liste!” Quelle: Will Hart

The Blacklist ist zweifellos uramerikanische Stärke und Schwäche zugleich. Es geht um Rache und Gerechtigkeit auf einer Regelungsebene, auf der staatliche Autorität und entsprechendes Machtsouverän die Welt beherrschen. Willkommen beim FBI, und hier stellt sich vor: Raymond Reddington, ein ehemaliger Agent, jetzt einer der meistgesuchten Verbrecher der USA. Natürlich. Alles schon mal da gewesen. Mit Elizabeth Keen (schlecht gespielt von Megan Boone) wird ihm auf Verlangen eine junge FBI-Agentin zur Seite gestellt, die den höchst intelligenten und mega eloquenten Protagonisten/Antagonisten tatkräftig unterstützt. Natürlich. Alles schon mal da gewesen.

Beide arbeiten zusammen die sogenannte Blacklist ab, die Reddington mitbringt und als Druckmittel für Immunität benutzt. Der Bösewicht (?) hilft der Regierung nun, Bösewichte (!) einzusammeln. Wenn’s geht, macht er sie allerdings kalt, bevor es zur Verhandlung kommt. Spader spielt seine Figur unterkühlt, rational und effizient; Reds Herz schlägt am rechten Fleck, denn letztlich betrifft sein derzeitiger Aktionsradius das Ausschalten von wirklich üblen Zeitgenossen. Mit dabei ein Kurier, der keinen Schmerz fühlt, oder ein gewissenloser Auftragsmöder, der seine Leichen mit Säure beseitigt.

Die Serie punktet mit der markanten Darstellung Spaders und einer gewissen graphischen Intensität, die sehr unangenehme Grautöne auf die bunte Plastikwelt des Film-FBIs projiziert. Die Story um Elizabeth Keen und ihren Ehemann hat potenzial, aber alles in Allem gab’s das so ähnlich schon bei Alias. Natülich. Alles schon mal da gewesen. Trotzdem interessantes Fast Food. Mal ne Weile drauf rumkauen und schauen, was passiert…

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Über Bowls Götzke

Bowls Götzke | Musiker, Schreiber, No-Budged-Filmemacher, Manager, Künstler, Motto: .sTyle ist nicht alles, aber ein Tyle davon.

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