Sympathische Strahlemänner

Friska Viljor im Musiktheater Kassel

Gut gelaunt und ausgelassen: So erlebte man die Schweden von Friska Viljor vergangenen Mittwoch. Ihr Tour-Finale führte die Band um Daniel Johansson und Joakim Sveningsson ins Kasseler Musiktheater, wo sie neben altbewährten Hits auch Songs aus ihrem aktuellen Album Remember Our Name vorstellten. Der Ruf einer Spaß-und-Gute-Laune-Band eilt den beiden Jugendfreunden, die Friska Viljor vor acht Jahren mehr oder weniger aus einer Bierlaune heraus gründeten, voraus.

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Abschlusskonzert der Remember Our Name- Tour:  Friska Viljor   © Zimmermann

Abschlusskonzert der Remember Our Name-Tour: Friska Viljor
© Zimmermann

Obwohl sie mittlerweile hunderte Konzerte gespielt und mit Remember Our Name dieses Jahr ihr fünftes Studioalbum veröffentlicht haben, nehmen sie sich nicht allzu ernst, bezeichnen sich selbst als ziemlich faul und ihren Sound als „Kindermusik mit erwachsenen Texten“. Auch am Mittwoch geben sich Friska Viljor tiefenentspannt und ausgelassen – nicht zuletzt, weil das Konzert in Kassel das letzte ihrer aktuellen Tour ist.

Während es die Vorband Martina Linn um die gleichnamige Sängerin aus der Schweiz zunächst ein bisschen schwer hat das Publikum aus der Reserve zu locken, gibt es bei Friska Viljor kein Halten mehr. Mit zotteligen Haaren und roten Hosenträgern über weißen Kapitänsanzügen entern sie die Bühne und eröffnen ihr rund zweistündiges Set, das aus überwiegend flotten Folk-Rock-Nummern besteht.

Vorstellen braucht sich die Band ja sowieso nicht mehr und auch sonst sind die Schweden eher maulfaul. Die Interaktion mit dem Publikum findet aber dennoch statt: Die wachsamen Augen stets in die Menge gerichtet, shakern und lachen die Fünf, was das Zeug hält. Mit geradezu diebischer Freude verlassen sie zwischendurch immer wieder die Bühne, um sich unter tosendem Applaus von den Fans zurück bitten zu lassen. Als Pausenfüller läuft eine selten kitschige Playback-Version von Freude schöner Götterfunken. Das passt zu Friska Viljor.

Auch wenn Remember Our Name insgesamt etwas sauberer und gesetzter klingt als etwa das Debüt, haben sich Friska Viljor ihre leicht verschrobene Art beibehalten. Nicht jeder Ton sitzt, wenn Sänger Joakim mit heiserer Kehle On And On anstimmt und Multiinstrumentalist Daniel etwas verloren hinter dem rosa Mini-Keyboard steht. Doch genau das macht ihren Charme aus. Die Songs vom neuen Album – wie das beschwingte Boom Boom Boom mit bandtypischem Mitsingpotenzial – kommen gut an. Am Ende sind es aber immer noch die Hits der ersten Stunde (Shotgun Sister, Wohlwill Straße), nach denen das Publikum am Meisten verlangt.

Nach drei Zugaben und viel Jubel hat Daniel dann doch noch was zu sagen: „You’re so cute!“ Strahlendes Lachen – und Abgang.

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Über Sarah Zimmermann

Sarah ist freiberufliche Lektorin und Redakteurin. Sie lebt und arbeitet in Kassel. Schwerpunkte: Singer-Songwriter | Folk-Pop | Independent | (Brit) Pop | Electro

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