Filmklassiker trifft Smartphone, Kurzfilm trifft Hauswand

30. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest

Am morgigen Dienstag eröffnet das Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest, kurz Dokfest, und widmet sich für sechs Tage den großen Themen Film und Neue Medien. Die Besucher erwartet ein ganz besonderes Programm, denn das Festival begeht in diesem Jahr sein 30. Jubiläum. 1982 vom Filmladen Kassel e.V. ins Leben gerufen, hat sich das Dokfest zu einer wichtigen Größe sowohl in der deutschen als auch in der internationalen Film- und Medienlandschaft etabliert.

 

Administriere bereits ab €0,- Deine Tanzschule!

Kurzfilmkompilation Beziehung, also gut  © Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest

Kurzfilmkompilation Beziehung, also gut
© Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest

Mit seinem Schwerpunkt auf dokumentarischen sowie experimentellen und künstlerischen Arbeiten würdigt das Dokfest jenes Genre, das es in der Fernsehlandschaft besonders schwer hat: Noch immer werden Dokumentarfilme – wenn überhaupt – auf Spartensendern oder zu unmöglichen Uhrzeiten gezeigt. Wie groß das Interesse an dieser Erzählform aber ist, zeigt auch ein Blick auf die Statistik des Kasseler Dokfests: Jährlich verzeichnen die Organisatoren einen Anstieg sowohl an eingereichten Arbeiten als auch an Besuchern. Allein im letzten Jahr wurden rund 12.000 Gäste gezählt.

Das Herzstück des Festivals – das Filmprogramm bestehend aus Lang- Kurz- und regionalen Filmen – wird auch in diesem Jahr durch ein umfangreiches Begleitprogramm wie der Medienkunstausstellung Monitoring, der Fachtagung interfiction und der DokfestLounge ergänzt. Erstmalig findet der Treffpunkt DokfestConnection statt, der dem professionellen und sozialen Austausch zwischen Filmschaffenden und Interessierten gewidmet ist.

Und weil ein runder Geburtstag angemessen gefeiert werden muss, dürfen sich die Besucher zudem auf zahlreiche Sonderveranstaltungen und besondere Highlights freuen. Eines davon ist der Eröffnungsabend (Di./12.11./19:30 Uhr/Gloria), der mit dem Dokumentarfilm-Klassiker Drifters von John Griersons und dem Kurzfilmwettbewerb Nicht ohne mein Händi! einen Vorgeschmack auf die Vielfältigkeit des Festivalprogramms gibt. Griersons Werk zeigt die alltägliche Arbeit von schottischen Fischern in der Nordsee. Die harte Arbeit auf See dokumentiert der Filmemacher in einer poetischen Erzählweise und nutzt geschickt den damals aufkommenden Kunstgriff der Montage. Das Besondere: Die Vorführung des Films wird live von Rochus und Markus Aust und dem 1. Deutschen Stromorchester musikalisch begleitet. Die neun Kurzfilme des Wettbewerbs Nicht ohne mein Händi! wurden speziell für das Dokfest produziert und widmen sich – mal ironisch, mal komisch, mal provozierend – dem Thema der (Un-)Erreichbarkeit im Zeitalter des Smartphones.

Kurzfilmkompilation Synapsengewitter   © Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest

Kurzfilmkompilation Synapsengewitter
© Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest

Spannend auch der Kurzfilmrundgang A Wall is a Screen (Sa./16.11./20 Uhr/Start am Kulturbahnhof): Bei dem Spaziergang durch das abendliche Kassel werden Kurzfilme aller Genres auf unterschiedliche Wände projiziert – Hauswände, Brückenpfeiler, Schaufenster oder Parkhäuser – und der Film abseits der gewohnten Rezeption im Kino in einen neuen Kontext gesetzt.

Das Festival endet am Sonntag mit der traditionellen Preisverleihung im Bali-Kino.

30. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest, 12. bis 17. November 2013, Filmladen, Gloria Kino und Bali Kinos sowie weitere Veranstaltungsorte (Rahmenprogramm)

Weitere Informationen zum Programm, den Veranstaltungsorten und Ticketpreisen unter:
www.kasselerdokfest.de

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!

Über Sarah Zimmermann

Sarah ist freiberufliche Lektorin und Redakteurin. Sie lebt und arbeitet in Kassel. Schwerpunkte: Singer-Songwriter | Folk-Pop | Independent | (Brit) Pop | Electro

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>