Musikalisches Kalenderblatt

Meisterkoch der komischen Oper – zum Todestag von Gioacchino Rossini

Heute vor 145 Jahren, am 13. November 1868, starb in Passy bei Paris der italienische Komponist Gioacchino Rossini. Kaum ein anderer Komponist seiner Generation hat die europäische Musikwelt so sehr polarisiert wie Rossini. Das Publikum strömte in seine Opern und ließ sich zu wahren Begeisterungsstürmen hinreißen, vor allem in Deutschland aber blieben viele Komponistenkollegen gegenüber dem Werk des Italieners skeptisch.

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Gioacchino Rossini, Porträt von Henri Grevedon (1776–1860) (Quelle: Wikimedia Commons)

Gioacchino Rossini, Porträt von Henri Grevedon (1776–1860) (Quelle: Wikimedia Commons)

Zwar wird der Vorwurf mangelnder Charakterzeichnung und dramatischer Wahrheit auch heute noch ab und zu erhoben, doch lässt es sich nicht abstreiten, dass Rossini für die Entwicklung der europäischen Oper eine kaum zu überschätzende Bedeutung hatte und speziell der italienischen Opera buffa zu Weltgeltung verhalf.

Geboren wurde er am 29. Februar 1792 in Pesaro als Sohn eines Trompeters und Hornisten und einer Sängerin. Er wuchs jedoch zunächst bei seiner Großmutter auf, da seine Eltern kaum Zeit für ihn hatten. Später erhielt er in Bologna ersten Musikunterricht. Schon früh begann er zu komponieren und wurde als Sänger und Cembalist tätig. Ab 1806 studierte er am Liceo Musicale in Bologna und komponierte seine erste Oper. 1810 feierte er mit „La Cambale di matrimonio“ in Venedig einen ersten Erfolg, 1816 gelang ihm mit „Der Barbier von Sevilla“ in Neapel der große Durchbruch.

1822 heiratete er die Sängerin Isabella Colbran. In Wien, Paris und London dirigierte er seine Werke mit großem Erfolg. 1824 wurde er von der französischen Regierung mit der Leitung des Theatre Italien in Paris beauftragt, wo er auch großen Einfluss auf die Entwicklung der französischen Grand Operá ausübte, obwohl seine erste ernste Oper, „Guillaume Tell“, 1829 zunächst noch nicht den erhofften Erfolg hatte.

Rossini hatte mit schweren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, die ihn oft in lange Depressionen stürzten, so dass er sich über längere Phasen vom Komponieren zurückzog. Neben seinen bis heute viel gespielten Opern schuf er auch großartige Kammermusik sowie ein Stabat Mater und frönte seiner zweiten Leidenschaft, der Kochkunst. Auch hier hinterließ er mit den nach ihm benannten „Tournedos alla Rossini“ eine geniale Erfindung, die der Nachwelt noch viel Freude und Genuss bereiten sollte.

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