Das letzte Lebenszeichen des Rap-Metal?

Stuck Mojo – das Ende mit “The Great Revival”

Fünf Jahre ist es her, dass eine der abgefahrensten Rap-Metal-Bands der Neunziger ihr letztes Album veröffentlichte. The Great Revival war das letzte Lebenszeichen einer fast fünfzehnjährigen Karriere. Als 1995 Stuck Mojos Snappin’ Necks erschien, war der Crossover – vor allem die Mischung Rock oder Metal mit Rap bzw. Hip-Hop – voll im Kommen. Die Debütalben der heutigen Flaggschiffe des Genres erschienen alle um dieselbe Zeit.

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Foto: Benedikt Dürner

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Korn veröffentlichte ihr selbstbetiteltes Debüt 1994, die Deftones Adrenaline 1995, Limp Bizkit Three Dollar Bill, Y’all 1997. Im deutschen Raum legten die H-Blockx 1994 mit Time to move los, der Crossing all over-Sampler vereinte all diese Bands auf einer CD und ging 1994 bereits in die dritte Runde.
Vorreiter – und auch Stuck Mojos Gitarrist und Kopf Rich Ward nennt diese Bands als Einflüsse – waren Faith No More, Run DMC und die Red Hot Chili Peppers.
Die großen des Genres – Korn, Limp Bizkit und die Deftones – sind nach einigen Irrungen und Wirrungen alle noch (oder wieder) groß im Geschäft. Stuck Mojo hat die Kurve (bis jetzt) nicht gekriegt. Das ist mehr als schade, denn sie hatten den Fuß aber so was von in der Tür …
Nach Snappin’ Necks ging es nämlich hammermäßig weiter: Pigwalk legte hardcore- und metal-orientiert in Sachen musikalischer Aggressivität noch eine Schippe drauf.
Auf und mit Rising frönen die Jungs der in den 90ern weit verbreiteten Wrestling-Mania. Mit Declaration of a Headhunter haben sie dann im Jahr 2000 einen Meilenstein geschaffen, der dank der Features mit anderen Sängern, wie zum Beispiel von doubleDrive oder Sick Speed, altes Metal mit modernem New Rock auf einem Konzeptalbum zu einer explosiven Mischung verbindet.
Des Weiteren legte Stuck Mojo den Fokus verstärkt auf griffige Melodien, die allerdings über dem gewohnten Groove-Brett schweben: Die Bassdrum ballert, die Riffs reißen einen mit und die Breaks brechen in der gewohnten Härte.
Doch mit diesem Album war auch schon der erste leichte Bruch in der Fassade der Testosteron-Rocker von Stuck Mojo zu erkennen. Rapper Bonz war nämlich spürbar weniger am Songwriting beteiligt und nicht mehr auf jedem Lied mit langen Rap-Passagen zu hören.
Vor Southern Born Killers wurde er dann wegen Drogenproblemen endgültig aus der Band geworfen. Auch auf The Great Revival ist er – entgegen dem anders anmutenden Titel – nicht dabei.

Foto: Benedikt Dürner

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Und man merkt der Platte prompt an, dass die Tightness der ersten Alben fehlt. Rich Ward ist und bleibt ein Riffmeister, aber die zusammengewürfelte Truppe von Musikern ist spürbar – das ist keine Band mehr, die da spielt. Bei der Einheit des Stils muss man ebenfalls Abstriche machen …
Die Platte ist irgendwie poppig – und das ist für diese Band wirklich eine Beleidigung. Immerhin ist Rich Ward der (vermutlich selbst ernannte) „Duke of Metal“!

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Eine Antwort auf Stuck Mojo – das Ende mit “The Great Revival”

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