Französische Dub-Elektro-Institution zurück

Kaly Live Dub brillieren mit Allaxis

Am Nikolaustag führt der Weg in den Plattenladen, denn dann erscheint das neue Album von Kaly Live Dub aus Lyon. „Allaxis“ betitelt, ist dieses Wunderwerk aus tausend Einflüssen als CD und als DoLP in weißem Vinyl erhältlich, da fällt die Wahl wohl nicht schwer. Das Label, Jarring Effects und die in Deutschland verantwortlich zeichnende Promo-Agentur Broken Silence sind sichtlich stolz darauf, mit dem neuen Output der französischen Soundtüftler einen ganz besonderen Leckerbissen an den Start gebracht zu haben, überzeugt das Werk doch über die gesamte Spielzeit mit einem Klangspektrum, das Musikkritikern Kopfzerbrechen bereiten könnte, wollten sie mal wieder ihre bewährten Schubladen aufziehen.

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Kaly Live Dub, Allaxis (Jarring Effects)

Kaly Live Dub, Allaxis (Jarring Effects)

Als Roots-Reggae-Formation in den Neunzigern gestartet, wandten sich Kaly Live Dub beizeiten einem elektronisch dominierten Sound zu, der mit „Allaxis“ zu bislang unerreichten Höhen führt. Beeinflusst von Acts wie Amon Tobin, Squarepusher Herbalizer und, natürlich, Massive Attack, spinnen die Lyoner Vollblutmusiker ein Netz aus Dub, Dubstep, Electro, HipHop und magendrehenden Bass-Scapes, in dem der Hörer sich verfängt, und anschließend auch nicht mehr Willens ist, entkommen zu wollen.

Live treten die orientalischen Marginalien des Sounds wohl stärker hervor, auf „Allaxis“ dominieren zunächst harsche Industrial-Anleihen, die im Laufe des Albums traditionelleren Einflüssen weichen. „Can I Make A Wish“, featuring Learoy Green, markiert hier den Umschwung von kalt und böse zu verträglich und chillig. Ob es sich bei „Allexis“ um ein Konzeptalbum handelt, muss wohl der Hörer selbst entscheiden. Möge sich ein jeder seine eigene Geschichte stricken. „Perdition City“ von Ulver könnte zur Orientierung dienen.

Lyoner Musikadel: Kaly Live Dub (mowno.com)

Lyoner Musikadel: Kaly Live Dub (mowno.com)

Was für eine Sause! Wenn dann plötzlich und unerwartet ein fast schon klassischer Dub-Reggae in die Runde geworfen wird, dieser dann nach und nach fein mit cleanem Schlagzeug und elektrischen Monstrositäten zerlegt wird, dann wundert man sich über gar nichts mehr. Allenfalls über die souveräne Selbstverständlichkeit, mit der Kaly Live Dub ihren sagenhaften Stilmix servieren. Wer brav gewesen ist, dem steckt die Hl. Barbara diese Platte schon in der Nacht auf den 5. Dezember in die Schuhe. Aber – wir sind alles kleine Sünderlein (Willy Schneider), und müssen wohl oder übel darauf hoffen, dass dieser Anwärter auf das Prädikat „Platte des Jahres“ am 6. Dezember beim Händler unseres Vertrauens in der Auslage liegt.

Hier noch ein visuelles Leckerli zum Antesten: http://vimeo.com/74333429, directed by Wasaru (wasaru.com).

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