Im Kino erleben, spätestens morgen

You are Next!

Zwischen „Captain Phillips“ und dem nun kurz zu besprechenden Film schwankend, hat sich der Rezensent für letzteren entschieden. Eine Wahl, die niemand bereuen sollte, der ein Interesse daran hat, dass Horrorfilme auch weiterhin in den Kinos laufen, und nicht nur auf Festivals und DVD. Im Zusammenhang mit der Musik sei hiermit gesagt: „You are Next“ erfreut sich einem nahezu schulmeisterlichen Sounddesign (Mads Heldtberg, Jasper Justin Lee, Kyle McKinnon). Der fantastische Sound macht aus Überdurchschnittsware ein kleines Meisterwerk der (Horror-) Filmgeschichte.

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Masken kommen immer gut ...(insidemovies.ew.com)

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Der Plot, ach ja der Plot, ist vorhersehbar, doch bis es zur finalen Auflösung kommt, unterhält „You are Next“ auf rührige Weise. Die Dialoge sprühen vor hintergründiger Komik, die Situationen auch. Was diesem Film seinen Horrorfaktor verleiht, sind die unzähligen Verweise auf die Altvorderen, als da wären, nur zum Beispiel, „Shining“, „Texas Chainsaw“ und „Halloween“ – wobei dem Regisseur Adam Wingard anzumerken ist, dass er es mit Großmeister John Carpenter aufzunehmen gedenkt. Kameraführung, Lichtsetzung und Shock-Tactics hat sich Wingard bei Carpenter gut abgeschaut.

Es mag am verdorbenen Charakter des Rezensenten liegen, doch „You are Next“ überzeugt mehr durch seine Dialogführung als durch das Spannungsmoment. Eine Dialogführung, die, auch aufgrund der verblüffend guten Besetzung, in seinen besten Stellen an Woody Allen gemahnt (schließlich werden familiäre Probleme abgehandelt). Pro domo: ich habe zwei, drei, viermal herzlich lachen können …

Kommt im Film so nicht vor, oder doch?(insidemovies.ew.com)

Kommt im Film so nicht vor, oder doch?(insidemovies.ew.com)

Das von der „Saw“-Reihe bekannte Konzept, einen Film nahezu durchgängig mit Sounds zu unterlegen (Charlie Clouser / Nine Inch Nails), geht auch bei „Your are Next“ hervorragend auf. Es gelingt der Musik, die besten Szenen noch besser zu machen. Und die schwächelnden Stellen zu überbrücken. Insofern stellt „You are Next“ eine Wegmarke dar, mal wieder eine Wegmarke, die anzeigt, dass Film und Musik enger miteinander verschmolzen sind, als je zuvor.

„Once upon a time in the West“ hätte ohne Ennio Morricone nicht funktioniert. Kein David Lynch-Film ohne Angelo Badalamenti. Und “You are Next” auch nicht ohne seine Musiker, und das will was heißen.

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Eine Antwort auf You are Next!

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