Springsteens Abrissbirne: „Wrecking Ball“

63 Jahre und kein Ende in Sicht: Derzeit tourt Bruce Springsteen mit seinem im März 2012 erschienenen Album „Wrecking Ball“ (Columbia/Sony Music) bereits das zweite Jahr durch die Welt. Nach einigen Wochen Australien im März und April ist ab Ende April wieder Europa an der Reihe.

In Deutschland macht der “Boss” in diesem Jahr Station in München (26. Mai, Olympiastadion), Hannover (28. Mai, AWD Arena), Mönchengladbach (5. Juli, Borussia Park) und Leipzig (7. Juli, Red Bull Arena). Noch sind Karten zu haben.

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Cover “Wrecking Ball” (2012). Quelle: Sony Music

Der Titelsong des Albums spielt auf den Abriss des Stadions der New York Giants im Jahr 2010 an. „Wrecking Ball“ – zu deutsch Abrissbirne – heißt das 17. Album von „Boss“ Bruce Springsteen. Der Altmeister des Rock & Blues hatte im Laufe der Jahrzehnte im Giants-Stadium zahllose Konzerte gegeben.

Inzwischen steht die Abrissbirne des Titelsongs eher als Metapher für den Niedergang der Weltwirtschaft. Denn die Krise zieht sich wie ein roter Faden durch die elf Songs des Albums.

Es wird eröffnet mit „We Take Care Of Our Own“. Der Song ist etwas untypisch für den Rest des Albums, er erinnert musikalisch stark an Springsteens Stadionrock-Ära in den Achtzigern à la „Born In The U.S.A.“. Wahrscheinlich deshalb war das Stück vorab als Single ausgekoppelt worden und entwickelte sich im vergangenen Jahr tatsächlich zu einer Art inoffiziellen Hymne der Occupy-Bewegung in den USA.

Das Gros der anderen Songs ist eher dem Folkrock zuzuordnen, oft mit stark keltisch-irischem Einschlag. „Easy Money“ ist melodiös, „Shackled And Drawn“ verfügt über einen eingängigen Refrain, „Death To My Hometown“ prangert die Banker an, die den Arbeitern zuerst die Jobs und dann die Häuser wegnehmen, „You’ve Got It“ ist – untypisch für das Album – eher sparsam instrumentalisiert und „We Are Alive“ soll am Ende des Albums wohl etwas Optimismus stiften.

Es finden sich aber auch Balladen: „Jack Of All Trades“ ist so traurig, dass es fast an einen Todesmarsch gemahnt, „This Depression“ ist dem Titel gemäß düster und „Rocky Ground“ ist besonders getragen, überrascht aber am Ende mit einer kleinen Rap-Einlage. Überraschung ist sowieso das, was man diesem Album zugute halten muss. Springsteen kann immer wieder anders als erwartet.

Sicher ist „Wrecking Ball“ nicht der ganz große Wurf. Vor allem altgediente Fans des „Boss“ werden den typischen „E-Street-Sound“ seiner langjährigen Begleitband vermissen und ein gewisses Übermaß Elektronik – Stichwort Drum-Loops – verfluchen. Doch immerhin: In „Land Of Hope And Dreams“ ist ein letztes Mal das Saxophon des E-Street-Musikers Clarence Clemons zu hören, der im Juni 2011 verstarb. Springsteen widmete ihm das Album.

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Über Frank Behrens

Frank Behrens arbeitet als freier Journalist in der Nähe von Hamburg. Noten kann er keine lesen, aber Musik hören. Am liebsten Rock und Blues.

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