Auf dem Prüfstand

Jugendgefährdung: Frei.Wild distanzieren sich von alten Songs!

Obwohl Frei.Wild auf ihrem aktuellen Album “Still” (VÖ: 22.11.2013) die eher sanften Töne anstimmen und auf Schmusekurs gehen, weht ihnen seitens der Kritiker erneut ein rauhes Lüftchen entgegen. Kommen die erfolgreichsten Deutschrocker möglicherweise doch bald auf den Index? Die Texte der Band sind abermals auf dem Prüfstand und werden nun der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien vorgelegt.

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Frei.Wild

Wieder in der Kritik: Frei.Wild
(Quelle: Rosenheim Rocks)

Zufall oder gute PR? Pünktlich zum Release ihrer Akustikplatte “Still” sind die kontrovers diskutierten Südtiroler wieder in den Schlagzeilen. Keine Band spaltet die Nation derart wie Frei.Wild, keine sorgt für mehr erhitzte Gemüter: rechts oder nicht, jugendgefährdend oder nicht -  das ist hier die große Frage.

Thüringens Sozialministerin Heike Taubert (SPD) geht nun gegen die umstrittenen Deutschrocker vor und lässt deren Songtexte durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) überprüfen. Eine Bewertung der Texte durch das Ministerium sei in dem Prüfantrag jedoch nicht zu entnehmen, so ein Sprecher.

Grund für das erneute Aufkeimen der ausufernden Diskussion ist eine Anfrage des Undercover-Journalisten Thomas Kuban, der Frei.Wild die Verbreitung und Verherrlichung von Hass und Gewalt in ihren Texten vorwirft. Obwohl die Brixener „in ihren Liedern unter anderm Hass auf Andersdenkende verbreiten, Gewalt verherrlichen, mit geschichtsrevisionistischen Anspielungen arbeiten und antisemitische Stereotype bedienen“, sei ihre Musik für jedermann zugänglich, kritisiert Kuban. Unter diesem Pseudonym recherchiert der Journalist seit Jahren verdeckt in der rechten Szene und hat bereits bundesweit wegen einer möglichen Jugendgefährdung durch die Musik des Quartetts angefragt. Nach seinen Angaben überprüfen auch das baden-württembergische Sozialministerium, sowie die Bremer Landesjugendbehörde einen möglichen Indizierungsantrag bei der Bonner Prüfstelle.

Sänger Philipp Burger weist alle Vorwürfe und Anschuldigungen als haltlos zurück: “Alle Tonträger wurden ja schon von Gutachtern überprüft und als bedenkenlos eingestuft.“ Jedoch sieht der Fronter einige der Songs heute weitaus kritischer als noch während des Songwritings. So würde der Musiker einige Textpassagen mittlerweile anders formulieren und vor allem die Nummer ‘Rache muss sein’, die auch Kuban anprangert, ist laut Burger für die Band nicht mehr tragbar: “Ich muss sagen, der Song ist aus heutiger Sicht ein Dreckslied, mit dem wir uns überhaupt nicht mehr identifizieren wollen.”

Den Höhepunkt erreichte das Hin und Her um die Rockband im März diesen Jahres, als Frei.Wild nach immensen Protesten der Gruppen Kraftklub, MIA und Die Ärzte wegen ihrer angeblichen Rechtslastigkeit von der Echo-Nominierungsliste gestrichen wurden.

 

 

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Über Agnes Berndanner

Agnes Berndanner | Freie Musikjournalistin. Geboren in Weißenburg i. Bay., derzeit beheimatet in Mannheim. Studium der Theater-, Musiktheater- und Literaturwissenschaft an der Universität Bayreuth. Zu jeder Situation den passenden Soundtrack, doch zu Hause fühlt sie sich in den musikalischen Extremen.

3 Antworten auf Jugendgefährdung: Frei.Wild distanzieren sich von alten Songs!

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  2. anonymi sagt:

    Guten Tag,
    dieser Bericht gehört auf den Index es wird in Leidern die einfach mal ihre meinung kundtun nach jugendgefährdenden passagen gesucht. Warum? weil medien und politiker vergessen haben das im Grundgesetz geschrieben steht das in Deutschland Meinungsfreiheit herrscht. ich finde es traurig das ehrlichkeit mittlerweile so verboten ist.

  3. anonym sagt:

    Guten tag.
    Ich habe diesen Beitrag gelesen und musste wie üblich über die Anschuldigungen gegenüber Frei.Wild lachen. Ich finde es ziemlich unprofessionell sich in die Texte der Band Frei.Wild zu verbohren und darin nach jugendgefähdenden Aussagen zu suchen, die man doch von vielen Rappern sowieso zugeworfen bekommt. Bei einigen Rappern wird im Song häufig über Drogen- oder Alkoholmissbrauch gerappt, was ich viel jugendgefährdender finde, als Texte von Frei.Wild. Diese Texte sind ehrlich und genau diese Ehrlichkeit gefällt Politikern und den Medien nicht. Sich deshalb über Frei.Wild herzumachen finde ich nicht in ordnung. Ich hoffe diese Antwort wird oft gelesen, denn ich denke nicht, dass ich die einzige bin, die so darüber denkt.
    Denkt mal darüber nach.

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