Deicide – In The Minds Of Evil: Benton versus Jesus in der 11.Runde

23 Jahre ist es nun her, dass die Gottesmörder aus Florida ihr erstes Album auf die Menschheit losgelassen haben und mit Blastbeats, gutturalem Gegrunze und viel viel Bass auf das Christentum einhackten. Einerseits kämpften Deicide sich mit ihren Extremen ganz weit hoch in der Nahrungskette des amerikanischen Death Metals, andererseits sind sie nicht unbedingt für große musikalische Innovation und stilistische Weiterentwicklung bekannt.

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Ab 22. November steppt Satan mit Deicide (Quelle: Century Media)

Ab 22. November steppt Satan mit Deicide (Quelle: Century Media)

Nach dem Prinzip gestaltet sich auch ihr heute erscheinendes „In The Minds Of Evil“ – wer auf das Böseste vom Bösen steht und eine Sounduntermalung für seine Freitagabend-Kirchenschändung sucht, wird mit Deicide mehr als glücklich werden. Dennoch ziehen Deicide konsequent dieselbe Masche ab, hassen so viel sie können und prügeln auf ihre Instrumente ein, wobei hier ganz ehrlich zu sagen ist, dass das mittlerweile elfte Album der Herren Benton und Antichristen wesentlich abwechslungsreicher gestaltet ist, als das meiste von der direkten Konkurrenz Cannibal Corpse.

Die Lyrics bewegen sich bei „Kill The Light Of Christ“, „Trample The Cross“ oder „Godkill“ deutlich auf derselben Schiene, musikalisch zeichnet sich hingegen bei jedem Track eine eigene Persönlichkeit ab, die Gitarrensoli sind beißend und verleihen den Songs den nötigen Platz zum Atmen. Denn in einem Genre, das vor lauter Brutalität kaum mehr Raum für Qualität aufweist, ist weniger manchmal eindeutig mehr, was Deicide mittlerweile zu schätzen gelernt haben.
Nur „Thou Begone“ klingt zu Anfang, als hätte da jemand dezent bei Hearts „Barracuda“ abgekupfert…

Nur eins wird mir immer unerklärlich bleiben: Wie man bei dem traumhaften Wetter in Florida einen solchen Hass gegen die Welt entwickeln kann. Wäre wohl eine Frage für’s nächste Interview

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Über Anne-Catherine Swallow

Geboren 1987 in Heidelberg, aufgewachsen in Paris, Diplom Kreatives Schreiben & Kulturjournalismus aus Hildesheim. Zu haben für alles, was laut, düster und böse ist.

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