Nekrolog 2013

Im Gedenken an J.J. Cale, Georges Moustaki und weitere Stars

Nicht nur von einigen der ganz großen Namen (Paul Kuhn, Lou Reed, Jeff Hanneman) galt es im Laufe dieses Jahres Abschied zu nehmen. Eine ganze Reihe weiterer wichtiger Persönlichkeiten der populären Musikgeschichte zogen sich für immer von der irdischen Bühne zurück. Machen wir es den TV-Sendeanstalten nach – und ziehen wir das Jahresende schon mal vor, mit einer kleinen Sammelhommage auf einige bedeutende, wenn auch zum Teil in Vergessenheit geratene Stars, die 2013 bedauerlicherweise das Zeitliche segneten. Ruhet in Frieden. Oder besser: Macht einfach weiter, denn was ihr mit eurer Kunst auf Erden unter Beweis gestellt habt, dürfte auch im Jenseits dankbar erhört werden.

Administriere bereits ab €0,- Deine Sprachschule!

Meister des Laid back-Sounds: J.J. Cale (jjcale.com)

Meister des Laid back-Sounds: J.J. Cale (jjcale.com)

„Carry on“, Mr. Cale
Als Wegbereiter des Tulsa-Sounds erlangte J.J. Cale die höchsten Meriten bei seinen Anhängern und vielen Kollegen, wie etwa Eric Clapton, mit dem Cale 2006 ein preisgekröntes Album veröffentlichte („The Road to Escondido“, Grammy-Award 2008). Sein aufs Wesentliche konzentrierter Sound irgendwo zwischen Blues und Country, veredelte Cale mit zurückgenommener Stimme zu präzisen Songs. So prägte er den Begriff „Laid back“: seine feinen Soli folgten versetzt dem dezenten Rhythmus seiner Lieder, von denen zumindest die Hits „Cocaine“ vom Album „Troubadour“ (1976) und „Carry on“ (vom 80er-Album „Shades“) noch vielen Musikfreunden in bester Erinnerung sein dürften. J.J. Cale verstarb am 26. Juli in San Diego an den Folgen eines Herzinfarkts.

Yummy Yummy, Wild Thing
Was dem „Laid-Back“ ein J.J. Cale, das ist dem „Garage Rock“ die Band The Troggs, die 1966 mit „Wild Thing“ einen absoluten Klassiker einspielten – mit Reg Presley am Mikro, der am 4. Februar in Andover an einem Bronchialkarzinom verstarb, wodurch die Pläne für weitere Tourneen der legendären Altrocker endgültig ad acta gelegt wurden.
Für eine weitere Soundgattung gilt die US-Band „Ohio Express“ als federführend: dem Bubblegum-Pop. Mit Songs wie „Sweeter than Suger“, „Down at Lulu‘s“ und vor allem „Yummy Yummy Yummy“ (1968) wurde die ganz leichte Muse der Swinging Sixties bedient. An der Rhythmusgitarre: Doug Grassel, der sich am 21. September in Köln auf seinen letzten Weg machte.

Mit Rüschenhemd und großer Geste

Ein feiner Mann: David Garrick (Golden Hour / secondhandlps.de)

Ein feiner Mann: David Garrick (Golden Hour / secondhandlps.de)

Ein ganz anderes Kapitel der Musikgeschichte schlug der gebürtige Liverpooler und gelernte Opernsänger David Garrick auf, der 1967 mit „Dear Mrs. Applebee“ sensationell den ersten Platz der deutschen Charts stürmte. Auch mit seinen Folgehits blieb er in Deutschland erfolgreicher als in seiner Heimat, bevor auch hierzulande das Interesse nachließ und mehrere Comeback-Versuche erfolglos blieben, woraufhin er sich auch wieder der Oper zuwandte. Der am 23. August in Wirral Verstorbene dürfte nicht zuletzt durch seinen extravaganten Kleidungsstil (der an Liberace erinnerte) und sein offenes Bekenntnis zur Homosexualität (was ihn von Liberace unterschied) in Erinnerung bleiben.

Au revoir, Milord
Am 23. Mai hieß es von einem der letzten Granden des französischen Chansons Abschied zu nehmen, an diesem Tag verstarb Georges Moustaki in Nizza. Der aus Ägypten stammende Barde, entschied sich in den fünfziger Jahren unter dem Einfluss George Brassens dazu, sich professionell der Musik zu widmen. Möglicherweise ist sein Text zum berühmten „Milord“ einer kurzen Liaison mit Édith Piaf zu verdanken. Später standen weitere große Namen wie Yves Montand oder Juliette Gréco bei Moustaki Schlange, um von ihm mit Kompositionen und Texten versorgt zu werden, bis er ab 1968 seine Chansons als Solokünstler interpretierte. Auch in Deutschland erfreute sich Moustaki großer Beliebtheit, seine sanft-melodischen Lieder dürften auch hierzulande so manch Glas Rotwein begleitet haben.

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>